Johanniter legen Kindergärten zusammen

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Hartmut Eckert, Wolfgang Friess, Aleksandra Popovic und Tanja Mentzel (von links) zeigten gestern die Umbaupläne für den Kindergarten Zwergenburg. ▪

ALTENA ▪ Der Kindergarten Freiheit schließt im Sommer seine Pforten, Kinder und Erzieherinnen ziehen in die benachbarte Zwergenburg um. Das teilten gestern der JUH-Regionalvorstand Hartmut Eckert und Wolfgang Friess, Fachbereichsleiter bei der Stadt, mit.

Die Johanniter sind Träger von zwei der drei Innenstadt-Kindergärten. Den im Calvinhaus haben sie vor Jahren von der ehemaligen reformierten Gemeinde übernommen, im Alten Krankenhaus waren sie von Anfang an Betreiber der „Zwergenburg“. Im Moment besuchen 81 Kinder diese Kindergärten. Beide haben zwei Gruppen, im Kindergarten Freiheit ist eine davon für Kinder ab zwei Jahre ausgelegt.

Um alle Kinder in der Zwergenburg unterbringen zu können, muss dort von zwei auf drei Gruppen aufgestockt werden. „Glücklicher Zufall“, so Friess, sei es gewesen, dass im Alten Krankenhaus zwei direkt an den Kindergarten angrenzende Wohnungen frei geworden seien. Das macht die Erweiterung relativ unproblematisch – ein Architekt ist schon eingeschaltet, die JUH wird in den nächsten Tagen den entsprechenden Antrag stellen. Geld für den Umbau ist auch da: Etwa 25 000 Euro zum Ausbau der U 3-Betreuung, die die Stadt sonst womöglich am Jahresende an das Land hätte zurückzahlen müssen.

In der Zwergenburg wird es ab dem Sommer zwei Regel- und eine U3-Gruppe geben – macht 70 Plätze, die womöglich nicht ausreichen werden. „Eine vorübergehende Überbelegung ist möglich“, teilte Friess nach entsprechenden Verhandlungen mit dem Landesjugendamt mit. Das sei wichtig, um beispielsweise Geschwisterkinder aufnehmen zu können.

Unterm Strich handelt es sich um eine Reduzierung um eine Kindergartengruppe – deshalb brauchen die Johanniter für ihre Innenstadt-Kindergärten demnächst auch weniger Personal. Zwei Erzieherinnen würden andere Stellen in Johanniter-Kindergärten angeboten, versprach Eckert gestern.

„Natürlich war das zunächst ein Schock“, sagte Tanja Mentzel, die Leiterin des Kindergartens Freiheit. Wichtig sei, dass die Kinder nicht auseinandergerissen und Mitarbeiterinnen weiterbeschäftigt würden. Da beides gewährleistet sei, könnten alle Beteiligten mit der Lösung leben. „Relativ gefasst“ hätten die Eltern die Entscheidung aufgenommen, berichtete Eckert – ganze fünf Familien kamen gestern zur entsprechenden Kindergarten-Versammlung. Aleksandra Popovic, stellvertretende Leiterin der Zwergenburg, sieht kein Problem darin, die beiden Kindergärten zu einem zu verschmelzen: „Die Konzepte haben viele Gemeinsamkeiten“, sagte sie und berichtete von einer bisher schon sehr guten Zusammenarbeit.

Wie mehrfach berichtet, steht die Stadt wegen stark rückläufiger Kinderzahlen unter Handlungsdruck. Durch die Zusammenlegung fallen rein rechnerisch 25 Plätze weg. Weitere 25 könnten es am Nettenscheid sein – die Entscheidung über die Schließung des dortigen Kinders wird heute fallen.

Damit bestehe für das Kindergartenjahr 2012/2013 kein weiterer Handlungsbedarf, meint Friess. Er hofft darauf, in den Folgejahren unter anderem durch den weiteren Ausbau der U 3-Betreuung weitere Schließungen verhindern zu können.

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