Das sind die Ersthelfer von morgen

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Die stabile Seitenlage sitzt: Jan und Collin zeigen, was zu tun ist, wenn jemand bewusstlos ist. Svea Weißgerber kann zufrieden sein.

Altena – Stabile Seitenlage, Fingerkuppen-Pflaster und trösten: Die Kids im Johanniterkindergartens Am Stockey sind fit in Erster Hilfe. Das hat der AK am eigenen Leib erfahren.

Früh übt sich, wer ein Helfer werden will: Diplome, Aufkleber und einen Mutstein gab es  am Freitag für die fünf Kinder des Johanniterkindergartens Am Stockey, die im Sommer in die Schule kommen. Sie wurden eine Woche lang zu „Ersthelfern von morgen“ ausgebildet. Diesen Kursus absolvieren alle Vorschulkinder der Johanniterkindergärten in Südwestfalen. Jan ist mit seinem Fahrrad schwer gestürzt. 

In der Tradition der Johanniter

Atmet er noch? Collin prüft das durch Handauflegen auf dem Bauch und bringt seinen Freund dann in eine perfekte Seitenlage, damit er nicht erstickt. „Jetzt noch den Kopf nach hinten“, weist Svea Weißgerber ihn an. 

Gelernt ist gelernt: Hebatallah verarztet den AK-Lokalchef Thomas Bender.

Sie ist Erzieherin in der Einrichtung und hat sich weitergebildet, um Kindern die Grundlagen der Ersten Hilfe vermitteln zu können. „Wir haben uns die ganze Woche lang mit dem Thema beschäftigt“, erklärt Odette Klenke, die Leiterin der Einrichtung.

Helfen, das ist bei den Johannitern natürlich Tradition – die Kinder lernten deshalb, wie das früher war mit den Kreuzrittern und wie sich der Johanniterorden damals schon um Kranke und Verletzte kümmerte.

Keine Pommes unter 112 

Von A wie Auge bis Z wie Zeh lernten die Kinder ihren Körper kennen und fanden zusammen mit ihren Erzieherinnen auch heraus, welche Aufgaben Herz und Gehirn haben. Zurück zu Jan und Collin: Der Verletzte ist versorgt, jetzt muss der Notarzt her – der Ersthelfer weiß, dass er dafür die 112 wählen muss. „Und dann bestellst Du am Telefon Burger und Pommes?“, will Svea Weißgerber wissen, und Collin schüttelt mit dem Kopf. Natürlich hat er gelernt, dass er seinen Namen sagen und dann mitteilen muss, was wo passiert ist.

Zu groß für das Training

 „Du bist zu groß“ – den AK-Berichterstatter in die Seitenlage zu bringen, das trauen sich die Kinder nicht zu. Aber verpflastern, das geht: Hebatallah schnappt sich Pflaster und Schere und bastelt sehr gekonnt einen Fingerkuppen-Verband, was gar nicht so einfach ist. Vorsichtig zieht sie die Schutzfolie ab. „Das Weiße darf man nicht berühren, sonst kommen da die Keime dran“, weiß sie. 

Diese fünf Kinder kommen im Sommer in die Schule und lernten deshalb Erste Hilfe.

Dass man Menschen, die Schmerzen haben, am besten auch tröstet, das hat das Mädchen im Eifer des Gefechtes allerdings vergessen. „Unser Ziel ist es, bei Kindern frühzeitig die Bereitschaft zum Helfen zu fördern, damit sie später als Erwachsene ganz selbstverständlich Erste Hilfe leisten“, erklärt Odette Klenke. Deshalb war es ihr und ihren Kolleginnen auch ein Anliegen, die Eltern einzubinden. 

Sie wurden immer wieder darüber informiert, was ihre Kinder im Erste-Hilfe-Kurs gelernt haben. Vielleicht ja ein Anstoß dazu, sich selbst mal wieder mit diesem Thema zu beschäftige

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