Seit über 50 Jahren dem Holz treu

Horst Schnabel (mit Kugel) ist der dienstälteste Kegler, rechts neben ihm Günter Engelskircher, der erst vor wenigen Tagen eingetreten ist. Die Altersspanne reicht von 63 bis 85.

Altena -  Viele Jahre hat man „Joe’s Buben“ im Mühlendorf lachen gehört. Jahrzehntelang jubelte der Kegelclub über alle Neune und stieß auch auf den ein oder anderen Pudel an. Nach der Schließung der Gaststätte sind die Freunde aber nicht verschwunden: Sie zogen zunächst in den Lennestein um und später nach Evingsen zu „Hugo inne Schledde“. „Uns gibt es noch!“ erklären die Kegler lachend. Und das im mittlerweile 52. Jahr!

Ob Joe’s Buben sogar der dienstälteste Kegelclub Altenas sind, können die Herren zwar nicht genau sagen, doch es ist wahrscheinlich: „Früher war es kaum möglich an eine Kegelbahn in der Stadt zu kommen. Die Wirte gaben einem auch keine, wenn man nichts verzehrte. Heute hat man da freie Auswahl und kein Wirt schimpft, wenn man seine Zeit überzieht.“

„Joe’s Buben“ hatten anderen Clubs gegenüber einen entscheidenden Vorteil, weil - der Name verrät es schon - Kneipenwirt Joe mitkegelte. Er gehörte zu den Mitgliedern der ersten Stunde. Von denen ist heute noch Horst Schnabel übrig, der dank seines Sports auch im Alter von 85 Jahren noch fit und gelenkig geblieben ist.

„Gegründet haben wir uns aus der Mühlendorfer Nachbarschaft heraus“, berichtet der letzte derjenigen, die sich am 27. Dezember 1965 erstmals zusammenfanden. „Es durften auch Bekannte eintreten aus anderen Stadtteilen. Wir wollten nur verhindern, dass eine Berufsgruppe zu häufig vertreten war. Das hätte zu einer Grüppchenbildung geführt, die wir nicht wollten.“

So war es eine bunt gemischte Gemeinschaft, die sich immer mittwochs vierzehntätig traf und auch durchaus einen sportlichen Ehrgeiz entwickelte: „Wir haben auch an Vergleichskegeln teilgenommen“, berichten die Mitglieder. Und bei jeder Zusammenkunft wurde eine Kasse gefüllt, um jährlich eine Vereinsfahrt unternehmen zu können. Norderney, Hamburg, Berlin, Mallorca, Borkum, die Schweiz und sogar Norwegen wurden bereist. Drei Mal sind die Frauen mitgekommen, die das Hobby der Männer stets unterstützt haben. „Es war auch immer lustig mit uns!“ schildern Joe’s Buben.

Nur einmal hat sich der Club geärgert: 1997, als die Regionalbahnen nicht in Altena hielten, hatten die Kegler wie gewohnt ihre Frauen zur Abholung in Werdohl gebeten. An dem Tag hielt der Zug aber in Altena. „Hinterher haben wir gesehen, warum: Da stieg der Europaabgeordnete aus...“

Ansonsten gab’s immer viel zu lachen und sämtliche Höhepunkte sind auch dokumentiert: Zum Beispiel die „Rundenstatistik“, die sich nicht auf gespielte Partien bezieht, sondern getrunkene Schnäpse: „Als wir noch junge waren, haben wir in einem Jahr 305 davon zu uns genommen.“ Geschadet hat’s „Joe’s Buben“ nicht. Sie wollen weiterkegeln und vor allem ihre Freundschaft pflegen. „Die ist das Wichtigste!“

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