Dahler Dorfladen macht vorläufig weiter

Joachim Schaumann (links) und Willi Beckmerhagen gaben Auskunft über die Situation des Dorfladens. Foto: Bender

Altena - Den Dorfladen Dahle schließen? Darüber wollten die Mitglieder der Genossenschaft am Dienstag in der Gaststätte Droste nicht einmal im Ansatz diskutieren. Thema der außerordentlichen Generalversammlung war stattdessen einmal mehr, wie es gelingen kann, den Laden in die Rentabilität zu führen.

Das Kernproblem hatte Aufsichtsratsvorsitzender Joachim Schaumann schon in der Einladung genannt: Über 50 Prozent der Einlagen sind inzwischen aufgebraucht – ein Umstand, für den das Genossenschaftsgesetz zwingend eine Beratung darüber verlangt, ob und wie es weitergehen soll.

Konkrete Zahlen folgten am Dienstag: 197 „Genossen“, in der Mehrzahl Bürger aus Dahle, halten Anteile im Nennwert von 70.700 Euro. Weil der Laden seit seinem Bestehen Verluste macht (zwischen 7- und 17.000 Euro pro Jahr), sind diese Einlagen inzwischen nur noch knapp 35.000 Euro wert. Die Verluste sind zum Teil auf Abschreibungen zurückzuführen.

25.000 Euro Umsatz muss der Laden pro Monat machen – „dann sind wir in einem leichten Plus“, schilderte Schaumann am Dienstag die Situation. Im Schnitt fehlen an dieser Summe aber 5000 Euro.

Einigermaßen hilflos wirkte die Diskussion darüber, wie man das ändern könnte. Klar: Es müssten mehr Kunden kommen oder aber die, die kommen, mehr ausgeben als knapp zehn Euro – diesen Betrag spült ein Durchschnittseinkauf in die Kasse. Mehr Werbung in Evingsen, am Steinwinkel und auf dem Nettenscheid – das war einer der Vorschläge, die aus der Versammlung kamen.

Andere Teilnehmer hingegen warnten davor, um Kunden zu „betteln“: Es wirke armselig, wenn immer wieder die schwierige finanzielle Situation beschworen werde. Stattdessen müsse der Laden seine Vorteile mehr in den Fokus bringen: Frische und Qualität, das breite Angebot regionaler Erzeugnisse, die Möglichkeit, Wurst und Käse auch in kleinen (also single- und seniorengerechten) Mengen einkaufen zu können.

Kalkuliert werde gut, betonte Willi Beckmerhagen mit Hinweis darauf, dass kaum verdorbene Waren entsorgt werden müssen, was natürlich die Kosten steigere. Hilfreich sei es, dass seit einigen Wochen mit Bruno Mück ein ausgesprochener Fachmann als ehrenamtlicher Berater zur Verfügung stehe – die Präsentation insbesondere im Bereich Obst und Gemüse habe sich sehr verbessert, lobte eine Kundin. Beckmerhagen ergänzte, dass die Umsätze in diesem Segment steigen.

In der Konsequenz bleibt den Genossen nichts anderes übrig, als zu hoffen und zu warten. Ändere sich nichts dann „wäre im Frühjahr die Auflösung der Genossenschaft die logische Konsequenz“, warnte Schaumann abschließend.

Von Thomas Bender

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare