Jede zweite Sitzung ohne Kürschner

Kay Kürschner

ALTENA ▪ Sparpaket und Burgaufzug – die Ratssitzung am Montag kann fast schon als historisch angesehen werden. Dementsprechend gut war der Zuschauerraum gefüllt. Die Gäste sahen allerdings auch viele leere Bänke. Längst nicht jedes Ratsmitglied fand es nämlich nötig, zu erscheinen.

Besonders augenfällig: Von der FDP war gar keiner da. Das hatte allerdings triftige Gründe. Bernhard Diel ist Lehrer und musste an seiner Schule Abiturprüfungen abnehmen, Stellvertreterin Cornelia Kasch befindet sich im Urlaub.

Leer blieb auch der Stuhl von Kay Kürschner. Daran hat man sich im Rat schon fast gewöhnt – der SPD-Ratsherr glänzt nahezu durchgängig durch Abwesenheit. 22 Mal hat der Rat seit der Kommunalwahl 2009 getagt, an wenigstens elf dieser Sitzungen nahm Kürschner nicht teil. Auch in den Fachausschüssen und Fraktionssitzungen lässt er sich nur selten sehen.

Etwas besser wurde es, als die SPD-Fraktion ihn vor Jahresfrist schriftlich zu mehr Einsatz aufforderte, das hielt aber nicht lange an. Seit Jahresbeginn hat Kürschner gerade ‘mal an zwei Sitzungen teilgenommen. Trotzdem bekommt er für sein Mandat eine monatliche Aufwandsentschädigung von rund 180 Euro. Ihn zum Verzicht auf sein Mandat zu zwingen, ist so gut wie unmöglich

Während Kürschner gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzende Irmgard Ibrom, wenn er fehle, dann stets aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen. Momentan sei er im Urlaub. Nehme er an Fraktionssitzungen teil, dann bringe er dort auch seinen Sachverstand ein.

Yakup Tekin begründete sein Fernbleiben von der Ratssitzung am Montag mit einem familiären Notfall. Der Ratsherr der sozialen und demokratischen Alternative fällt ebenfalls durch häufige Abwesenheit auf. Bei wenigstens sieben der 22 Ratssitzungen in dieser Legislaturperiode fehlte er. Das habe oft berufliche Gründe gehabt, erklärte er und kündigte an, dass das nach Abschluss einer Fortbildung nun besser werde. ▪ ben.-

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare