Beschwingt in den Advent

Karmen Mikovic (links) und Ursula Illert präsentierten meist kabarettistisch angehauchte Texte zum Thema Weihnachten. Das Frankfurt Jazz Trio rückte da ein wenig in den Hintergrund. Foto: ben.-

ALTENA -  Jazz legere mal ganz, ganz anders: Das Publikum traf sich nicht morgens, sondern am späten Nachmittag. Es hörte zwar auch Jazz, vor allem aber Texte. Das „Christmas-Special“ des Frankfurt Jazz Trio war am ersten Advent eine zwar etwas unübliche, trotzdem aber gelungene Einstimmung auf die Vorweihnachtszeit.

ALTENA -   mal ganz, ganz anders: Das Publikum traf sich nicht morgens, sondern am späten Nachmittag. Es hörte zwar auch Jazz, vor allem aber Texte. Das „Christmas-Special“ des Frankfurt Jazz Trio war am ersten Advent eine zwar etwas unübliche, trotzdem aber gelungene Einstimmung auf die Vorweihnachtszeit.

Ein kurzer Nachrichtenüberblick führte in das Thema Weihnachten an: Nach verheerenden Ergebnissen einer europaweiten Studie spricht sich der Bundestag für eine Reform des Deutschen Baumschulwesens aus, die Wirtschaftsredaktion analysiert die Lage auf den Weihnachtsmärkten und unter Vermischtes wird der Einsturz eines Christstollens im Erzgebirge vermeldet. Karmen Mikovic und Ursula Illert präsentierten noch viele weitere, meist kabarettistisch angehauchte Texte wie zum Beispiel das geniale Stück „Weihnachten in Stenkelfeld“, bei dem nachbarschaftliches Lichterkettenwettrüsten innerhalb weniger Stunden zur Explosion eines völlig überlasteten Kraftwerks führt – ein von Harald Wehmeier geschriebenes Katstrophen-Szenario, dessen Spannungskurve die Musiker des Trios mit kurzen, prägnanten Tönen akustisch noch erhöhten.

Weiter ging es mit der Frage nach der rechten Dramaturgie des Heiligen Abends: Bescherung vor oder nach der Ansprache des bayrischen Ministerpräsidenten? Und was ist mit dem Kirchgang? Mathias Kopetzkis Ratschläge für „Seltengänger“ bieten wertvolle Anhaltspunkte für all diejenigen, die nur gelegentlich einen Gottesdienst besuchen. Die Ausführungen jenes Solisten, der im vorderen Teil des Gebäudes durch das Programm führt, sollten zum Beispiel nicht durch Beifall oder gar Pfiffe unterbrochen werden.

Unterbrochen wurden die Textvorträge durch kurze, aber prägnante Auftritte des Jazz-Trios. Schon die Besetzung mit Piano (Martin Sasse), Bass (Ingo Senst) und Schlagzeug (von Thomas Cremer) stand für zwar deutlich swingende, andererseits aber auch angenehm zurückhaltende Musik. Jingle bells und andere Klassiker durften da natürlich nicht fehlen, die drei Hessen boten dem Publikum aber auch eine verjazzte Variante von Leise rieselt der Schnee. Und ganz am Ende des Konzerts, bei der Zugabe, konnten die rund 60 Zuhörer dann sogar schon für den Ernstfall proben: Sie waren aufgefordert, gemeinsam mit den Musikern „Stille Nacht“ anzustimmen. Der Test bewies: Gesangstechnisch kann Weihnachten kommen und gesungen wird lange unterm Baum – beachtliche viele konnten nämlich bei allen drei Strophen des wohl beliebtesten Weihnachtsliedes mithalten.

von Thomas Bender

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