Bundestagswahl 2021

Jamaika oder Ampel? Meinungen aus Altena und Nachrodt

In den ersten Prognosen zur Bundestagswahl liegen Union und SPD mit je 25 Prozent Kopf an Kopf.
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Wer soll Kanzler werden? Die Meinungen gehen auseinander.

Scholz oder Laschet, Ampel oder Jamaika? So spannend es nach dem Wahlabend weitergehen wird, so spannend sind die Meinungen der Altenaer und Nachrodt-Wiblingwerder.

Altena/Nachrodt – Augenscheinlich gibt es niemanden, den diese Bundestagswahl nicht gefesselt hat. Sie hatte sich den zweiten Fernseher gesichert, um nicht mit dem Kika-Programm in Konkurrenz treten zu müssen: Ursula Schöllnershans war sehr gespannt auf das Ergebnis der Bundestagswahl.

Aber sie hätte sich ein eindeutigeres Ergebnis gewünscht. „Grundsätzlich hatte ich mir mehr Stimmen für die Grünen erhofft. Denn das war keine Wahl für uns, sondern für die kommenden Generationen“, sagt die Nachrodterin, die im Pfarrgemeinderat von St. Matthäus in Altena und Nachrodt wirkt.

„Auf keinen Fall“ wieder GroKo

Damit, dass das Ergebnis für die Grünen auf Kreisebene eher mau war, hatte Ursula Schöllnershans allerdings gerechnet. Sie vermutet, dass es aufgrund der unerfahrenen Kanzlerkandidatin der Grünen im ganzen Land nicht geklappt hat. „Ich denke, dass es nun auf Rot-Grün-Gelb herausläuft und das wäre für mich auch in Ordnung.“

Peter Krummenerl, 1. Vorsitzender der SpVgg Nachrodt.

Mehr Stimmen für die Grünen? Das hat sich Peter Krummenerl nicht gewünscht. Auch er hat mit Spannung den Wahlabend verfolgt, ist aber vom Ergebnis nicht überrascht. „Es ist doch genauso gekommen wie es prognostiziert war“, sagt der Vorsitzende der SpVgg Nachrodt, der sich selbst in der politischen Mitte sieht.

Auch, wenn eine große Koalition möglich wäre, „wird es sie auf keinen Fall geben“, sagt Peter Krummenerl, dem Armin Laschet als Kanzler lieber als Olaf Scholz wäre und der deshalb eine Schwarz-Gelb-Grüne-Koalition bevorzugen würde.

Angst vor schärferen Öko-Auflagen

Eine Lieblingskonstellation hat Regina Weustermann nicht. Den Ausgang der Bundestagswahl findet die Landwirtin wenig überraschend, viel spannender „werden die nächsten Wochen“. Doch Regina Weustermann ist eher kritisch, fast besorgt. „Wichtig finde ich, dass unsere Wirtschaft weitergeht, dass die vielen Öko-Auflagen gegenüber denen, die in der EU herrschen, nicht noch verschärft werden. Unser Problem ist klar, dass die Landwirtschaft nicht mehr gewollt ist. Und das ist natürlich mein Hauptthema und die Zukunft meiner Kinder. Bei allen Parteien sehe ich das als großes Problem“, sagt die Landwirtin.

Regina Bräuer-Weustermann, Landwirtin aus Wiblingwerde.

Eine „vollkommene andere Situation als zuvor“ sieht Heinz Wagener nach der Wahl. Es habe zuvor sehr viel „kurzfristiges Hin und Her“ gegeben, insbesondere in Sachen Corona. „Das hat mit schon genervt“, sagt der Altenaer. Hinsichtlich der möglichen Koalitionen, ob Ampel oder Jamaika, ist der 68-Jährige offen.

„Wie bisher kann es nicht weitergehen“

„Es ist eine schwierige Konstellation, aber es kann interessant werden.“ Zum Abschneiden der Parteien sagt er: „Es ist genau so eingetreten, wie ich es erwartet habe.“ Ihm ist dabei eines wichtig: „So wie bisher kann es nicht weitergehen“, erteilt er einer großen Koalition eine Absage. Was die bevorstehenden Verhandlungen angeht, so hofft Wagener, dass diesmal deutlich mehr Tempo vorgelegt wird.

„Es kann ja nicht sein, dass es wieder so lange dauert wie vor vier Jahren. Ende Oktober müssen sie ein Konzept haben.“ Der Altenaer hat sich darüber gefreut, dass viele Menschen ihre Stimme abgegeben haben. „Dass wir eine hohe Wahlbeteiligung hatten, finde ich richtig gut.“ Alle Entwicklungen und Infos zur Bundestagswahl im Märkischen Kreis finden Sie in unserem News-Ticker.

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