100 Jahre Spielmannszug Evingsen: So wird gefeiert  

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Auftritt beim Dahler Schützenfest irgendwann in den 1950er oder 1960er Jahren.

Altena – Der Spielmannszug Evingsen wird 100: Gefeiert wird am 18. Mai. Erinnerungen an den Beginn in einer alten Fabrik und eine Brieftaube, die am Boden blieb.

Das Intonieren von Märschen gehört zu einem Trommlerkorps wie das Salz in die Suppe. Nur: Welche Märsche sind in und bleiben es auch? Reinhold Wuske, Schriftführer des Spielmannszuges Evingsen im gleichnamigen Schützenverein, muss schmunzeln. „Ich mache es mir mal einfach. Schauen Sie doch auf unsere Vereinshomepage.“ 

Und dort stehen sie wirklich: Die Traditionsmelodien, die viele Schützenfest- Besucher gerne hören. Preußens Gloria, Rheinklänge, den Dragoner Marsch und den Marsch der Hannoverschen Pioniere. 

Buntes Potpourri zum Fest

Wenn der Spielmannszug Evingsen am Samstag, 18. Mai, auf dem Hof Schulte in Elfenfohren seinen 100. Geburtstag feiert, wird Tambourmajor Dirk Würpel aber auch ein Volkslieder-Potpourri und die Ambosspolka leiten. „Wir spielen, was den Zuhörern gefällt“, verspricht Würpel. Sein Korps hat alles für das große Jubiläum gerichtet. „Wir hoffen, das Wetter spielt mit, dann wird das eine runde musikalische Sache.“ Dafür stehen auch viele Gastvereine – Spielmannszüge und Musikvereine aus der Region. 

Höhepunkt am nächsten Samstag: das gemeinsame Bühnenspiel. Evingsen und die „Knüppelmusik“ – das war mal ein Schimpfwort, obwohl es gar nicht so gemeint ist. Heute sagt man Spielmannszug-Musik und meint damit anspruchsvolle Musik auf Flöten, Trommeln, Pauken, Becken oder Lyra. „Ohne Üben geht das nicht. Das tun wir jeden Montag. Aktiv sind heute etwa zwei Dutzend Musiker. Wer Interesse hat, kann einfach vorbeischauen“, wirbt Wuske. 

Start in stillgelegter Fabrik

Er hat aus den Festschriften vergangener Jubiläen einige Höhepunkte zusammengetragen. 1919 Gründung mit 15 Männern. Dabei waren Erich Schmiedel, Walter Ossenberg, Wilhelm Werner und Hugo Althof. Als erster Tambourmajor übernahm Gustav Kayser-Kampmann die Leitung. Als erstes Übungslokal diente eine stillgelegte Fabrik. 

Das Einüben der ersten Märsche übernahm Kamerad Fritz Schmoll. Teils wurde ein Grammophon zur Hilfe genommen, um die Musikstücke naturgetreu wiedergeben zu können. Schon nach zwei Jahren, im Jahr 1921, wagte man es, einen Wettstreit der Spielmannszüge in Altena zu besuchen. Man hatte Erfolg und war nun stolz.

Als im Jahre 1922 aus Holzen bei Menden wieder die Aufforderung kam, an einem Wettstreit teilzunehmen, sagte man natürlich zu. Um das Ergebnis nach Evingsen möglichst schnell mitteilen zu können, nahm man Brieftauben mit. Leider blieb der Sieg aus. 

Musikanten mussten in den Krieg

Wuske blättert weiter durch Zeitungsartikel, Protokolle und Chroniken und macht einen Zeitsprung Richtung Zweiter Weltkrieg. „Durch den Krieg wurde dem Spielmannszug sein Betätigungsfeld genommen. Die Mitglieder waren größtenteils als Kriegsteilnehmer draußen, hoffnungsvolle Kräfte ließen ihr Leben auf den Schlachtfeldern.“ 

Wuske erzählt: „Als Anfang der 1950er Jahre das Vereinsleben in Evingsen wieder auflebte und 1951 der Schützenverein Evingsen sich rüstete, wieder sein Schützenfest zu feiern, rief man auch wieder nach dem Evingser Spielmannszug. Damals war es der alte Tambourmajor Gustav Kayser, der die Spielleute wieder um sich sammelte und den Spielmannszug aufbaute, jedoch als Spielmannszug des Schützenvereins Evingsen.“

Ab den 1960er Jahren wurde der Verein verstärkt auch im Umland für Feste gebucht. Nachwuchs zu bekommen war keine Schwierigkeit. Heute ist alles etwas komplizierter. „Doch wer wissen will, was wir machen und wie wir zusammen stehen, ist eingeladen, uns kennenzulernen.

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