Bücherwürmer feiern mit

+
Querleser Thomas Hoeveler servierte zur Feier des Tages „Buchstabensuppe und Silbensalat“.

Altena -   Hochbetagte Menschen leben länger, weil sie ein starkes Herz haben. Mit 150 Jahren gehört die Stadtbücherei auch zu den „Hochbetagten“, am Leben erhalten wird sie durch ein starkes Team um Büchereileiter Antonius Gusik, einen engagierten Förderverein, ehrenamtliche Helfer und natürlich die Bürger, die sie eifrig nutzen.

Diesen Vergleich zog Birgit Langshausen, Dezernentin für öffentliches Bibliothekswesen der Bezirksregierung Arnsberg. Sie gehörte zu den Festrednern der Jubiläumsfeier am Samstag.

Rund um die Bücherei fand in Zusammenarbeit mit den Burgmuseen ein buntes Programm für Kinder statt,

während die Jüngsten im angegliederten Familien- und Awo-Kindertagespflegebüro spielen konnten. Zweimal im Laufe des Nachmittags verzauberte „Hugo“ die kleinen Gäste, auch eine Ballonaktion fand statt.

Offiziell wurde es gegen 14 Uhr, als Büchereileiter Antonius Gusik gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Dr. Frank Leienbach, die Gewinner des Antolin-Lesewettbewerbs und des Leseclubs Junior auszeichnete. Unterstützt wurden sie dabei von Burghardt, der Fledermaus.

Höhepunkt für die jüngsten Nutzer der Bücherei war der Auftritt von Jürgen Banscherus, dem Autor der Kwiatkowski-Kinderkrimis. Der Wittener berichtete, wie er zum Schreiben kam und las Ausschnitte aus seinen Büchern.

Das Bücher auch ein Leckerbissen sein können zeigte sich im Lesecafe. Dort durfte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein die „Büchertorte“ vom Cafe Merz anschneiden und an die Besucher des Sektempfangs verteilen.

In seiner Ansprache zum Doppeljubiläum (150 Jahre Stadtbibliothek und 25 Jahre am Standort in der Marktstrasse) wünschte Hollstein der Bücherei eine gute Fahrt in die Zukunft. Dr. Frank Leienbach dankte dem Lionsclub Altena, dem Lionsclub Medardus Lüdenscheid und dem Inner Wheel-Club für die finanzielle Unterstützung, um das Jubiläum gebührend feiern zu können. Nach Birgit Langshausen erinnerte Architektin Dorothea Ossenberg-Engels an den Umbau der Wohnhäuser und den Umzug der Bücherei in die Marktstraße. „Es war wie im Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen!“ Brand- und Denkmalschutzverordnungen, Holzwürmer und Hausschwamm machten „Tätern und Zeitzeugen des Umbaus“ das Leben schwer.

Prof. Dr. Engelbert Plassmann von der Humboldt-Universität Berlin machte die Gäste in seinem Festvortrag darauf aufmerksam, dass die Bücherei bereits 50 Jahre vor der Jugendherberge entstanden sei und als eine der ersten überhaupt in Deutschland gelte. Er gab einen launigen Einblick in die Geschichte, von einer „Thekenbibliothek zu einer „Freihand-Ausgabe“. Nach einer musikalischen Einlage von Björn Tillmann und Band las zunächst Amir Shaheen, gern gesehener „Ex-Leser“ und Autor, aus seinen Büchern und anschließend las sich Thomas Hoeveler als „Querleser“ durch mitgebrachte Bücher der Gäste. Egal, ob Sachbuch über die „Choreografie der Darmmuskulatur“, Gusiks Lieblingsgedicht oder „Das Pubertier“, er fesselte durch seine Vortragskunst das Publikum. - Silvia Sauser

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.