Die treuen Seelen der Bernsteinanhänger aus Palmnicken

Hanni Lenczewski (4.v.r.) begrüßte die „Bernsteinanhänger“ am Wochenende in Altena.  Foto: Hornemann

Altena - Jantarny ist ein Ort im historischen Ostpreußen. Das ist russisch und bedeutet Bernstein. Bis 1947 hieß er noch Palmnicken. Einige Menschen aus dieser Region sind bis heute trotz Flucht und Vertreibung durch die sowjetische Besatzungsmacht bestens miteinander vernetzt. Das 37. Treffen der „Bernsteinanhänger“ fand am Samstag in der Gaststätte Spelsberg statt. Die Altenaerin Hanni Lenczewski gehört der Gruppe seit Jahrzehnten an.

Ihre Beziehung zu Ruth Ganser kann man nahezu als Jahrhundertfreundschaft bezeichnen. Beide Frauen stehen kurz vorm 90. Geburtstag, kennengelernt haben sie sich mit vier Jahren.

Die ehemaligen Palmnickener trennen heute nicht nur Jahrzehnte, sondern auch Kilometer vom Ort ihrer Kindheit. „Wir haben noch Bekannte in Afrika, Amerika und Kanada in unserem Kreis. Früher haben sich alle in Köln getroffen, da kamen noch einige Hundert Leute zusammen. Aber langsam sterben wir alten Ostpreußen aus!“ erklärt die Gruppe.

Bestens informiert wird sie bei ihren jährlichen Treffen durch Jewgenj Snegowskij. Der Fremdenführer aus Russland ist in Jatarny in der Touristikbranche tätig und hat vor einigen Jahren damit begonnen, ehemalige Palmnickener durch die alte Heimat zu führen. „Wir haben ihn dadurch kennengelernt und unheimlich liebgewonnen. Seitdem gehört er zu uns!“ erklären die „Bernsteinanhänger“, wie sich die Gruppe nennt.

Ohne ein Stück Schmuck aus diesem besonderen Stein reist keine Frau zu den Treffen an. Der edle Rohstoff war schon immer ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region und in den 1950er Jahren wurde der weltweit erste Bernsteintagebau in Jantarny gegründet. „Heute“, so erklärt Jewgenj Snegowskij, „ist China der größte Abnehmer.“

In Kontakt bleiben die bundesweit und international verstreuten „Bernsteinanhänger“ durch ihren vierteljährlich erscheinenden Rundbrief, Telefon und Internet. Die Wiedersehensfreude bei den jährlichen Treffen ist aber die schönste. In Altena traf sich die Gruppe nun bereits zum zweiten Mal.

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