Viele Autobahnen, hohe Gefahr

Jäger besorgt: Afrikanische Schweinepest "wird uns treffen"

Heimische Wildscheine in Gefahr: Die Afrikanische Schweinepest gefährdet sie massiv.
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Heimische Wildscheine in Gefahr: Die Afrikanische Schweinepest gefährdet sie massiv.

Die Afrikanische Schweinepest wird kommen. Da sind sich die heimischen Jäger sicher. Pilzsucher und der starke Lkw-Verkehr erhöhen die Gefahr erheblich.

Altena/Nachrodt - Noch ist sie weit weg, die Afrikanische Schweinepest. Bislang gibt es nur in Ostdeutschland bestätigte Fälle. Doch der Schein trügt, wie Jäger Heiko Cordt auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. 

„Die Gefahr ist da, und ich gehe schon davon aus, dass es uns früher oder später treffen wird“, sagt der Berufsjäger. Im Revier des Hegerings Altena-Nachrodt-Wiblingwerde gebe es derzeit zwar keine akute Anzeichen dafür, aber die Gefahr sei groß. 

Afrikanische Schweinepest: Viele Autobahnen bedeuten eine hohe Gefahr

Entsprechend sorgsam sind die Jäger und die Kommunen derzeit. „Wir sind eingekesselt von den wichtigen Autobahnen. Einmal der Nord-Süd-Verbindung, aber auch die Ost-West-Autobahn ist nicht weit weg“, erklärt Cordt. 

Was viele nämlich nicht wissen: Die größte Infektionsgefahr besteht durch den Menschen. Vor allem Lkw-Fahrer aus dem Osten seien ein Risiko. „Sie verpflegen sich oft selbst und bringen ihre Fleisch- und Wurstwaren mit über die Grenze. Essensreste, die dann nicht im Mülleimer, sondern in der Natur landen, sind der Hauptgrund für Ansteckungen“, berichtet Cordt. 

Afrikanische Schweinepest: Räucherschinken gefährlich, Leberwurst weniger

Da das Virus für den Menschen ungefährlich ist, kann es sein, dass ein Wildschwein das infizierte Fleisch frisst, sich ansteckt und so Fleisch von einem infizierten Schwein in den Verkauf kommt. „Besonders gefährlich sind Räucherwaren wie Schinken. Leberwurst beispielsweise wird gekocht, und dadurch werden die Viren abgetötet.“ 

Momentan seien extrem viele Lkw an den Waldrändern unterwegs. An den Verladeplätzen für das Käferholz warten oft dutzende Fahrer auf die Verladung des Holzes in Container – Zeit für eine Pause. 

Afrikanische Schweinepest: Warnschilder an Parkplätzen

„Da das Risiko bekannt ist, suchen wir derzeit immer wieder das Gespräch mit den Fahrern, um sie für das Thema zu sensibilisieren“, erzählt der Jäger. Zudem wurden an beliebten Parkplätzen seitens des Ordnungsamtes Warnschilder aufgehängt. Parkplätze an den Autobahnen würden aktuell eingezäunt. 

Stand  Donnerstag (1. Oktober) gab es in Deutschland 36 registrierte Fälle der Afrikanischen Schweinepest. Alle im Osten. „Fälle heißt aber nicht, dass es 36 Schweine waren. Das sind nur die Orte. Wenn da beispielsweise acht tote Sauen lagen, gilt das als ein Fall“, betont der Wildmeister. 

Afrikanische Schweinepest verbreitet sich rasend schnell

Erschreckend sei die Entfernung. „Im Internet wurde heute von einem Fall in 70 Kilometern Entfernung gesprochen. Daran sieht man, wie schnell das gehen kann. Eine Wildsau kann bis zu 30 Kilometer in einer Nacht zurücklegen.“ 

Ein weiteres Problem seien Pilzsucher. „Wir haben immer wieder Pilzsucher aus dem Osten da, die im großen Stil suchen. Das ist prinzipiell natürlich kein Problem, aber wir bitten, keine Wurst oder Verpackungen im Wald liegenzulassen, um unsere Tiere zu schützen“, appelliert Cordt an die Waldbesucher. 

Die Afrikanische Schweinepest ist für Wild- und Hausschweine gefährlich. Es treten grippeartige Symptome auf, wie beispielsweise hohes Fieber. Die Krankheit verläuft grundsätzlich tödlich.

Die Afrikanische Schweinepest soll sich in Deutschland nicht weiter ausbreiten - dabei kann jeder mithelfen. Tipps, was man zurzeit besser lassen sollte.

Auch auf die Wirtschaft - Deutschland ist einer der größten Fleischexporteure in Europa - hat die Krankheit erhebliche Auswirkungen.

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