Tod Itanis sorgt für unklare Verhältnisse

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Die Industriebrache Schwarzenstein. ▪

ALTENA ▪ Alles andere als übersichtlich ist die Situation nach dem Tode von Chafik Itani. Der Altenaer Geschäftsmann wurde von seinem Sohn getötet.

Immobilien und Firmenbeteiligungen hat der im Alter von 65 Jahren getötete Altenaer, geboren im Libanon, hinterlassen. Chafic Itani galt als vermögend. Er besaß Grundstücke und Immobilien in Altena und der Region, auch Firmenbeteiligungen – unter anderem an der Firma Bierbach Verbindungstechnik an der Werdohler Straße – gehörten dazu. Ob er sich -– wie schon spekuliert wurde – vor seinem Tode aus dem Geschäft zurückziehen wollte, um es seinem Sohn zu übertragen, ist unklar.

Zu den großen Flächen, die Itani gehörten, zählt auch die Industriebrache am Schwarzenstein. Nicht nur einmal hat sie in der Vergangenheit die Altenaer Stadtverwaltung beschäftigt, konkret oftmals das Ordnungsamt. Wenn, wie es zuletzt Oktober 2008 der Fall war, eine konkrete Gefahr von den Immobilien ausgeht, bedeutet die einstweilen unklare Rechtslage für die Ordnungsbehörde allerdings keine Einschränkung. „Bei einer unmittelbaren Gefahr können wir natürlich sofort tätig werden“, sagt Bereichsleiter Klaus Peter Trappe. Die Suche nach einem Zahlungspflichtigen würde dann für die Ordnungsbehörde der zweite Schritt sein.

Konkrete Auskünfte kann man beim Amtsgericht an der Bismarckstraße unter Hinweis auf Datenschutzrichtlinien keine geben. Einen Nachlassverwalter gebe es aber nicht. Der werde nur gebraucht, wenn unbekannt sei, wer die Erben eines Verstorbenen sind“, so der Geschäftsleiter des Amtsgerichts, Hans Ulrich Bückmann.

Grundsätzlich sei die Lage so, dass man zunächst einmal zu prüfen habe, ob ein Testament vorliege. Im Idealfall liegt dies in einem von fünf Tresoren, die für diese Zwecke an der Bismarckstraße bereit stehen. Gebe es kein Testament, trete grundsätzlich erst einmal die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Geregelt ist das in den Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Da Chafik Itani durch die Hand seines Sohnes starb, gibt es hier eine Konstellation, die viele Altenaer zum Nachdenken gebracht hat. Die Juristen sprechen von einer „Elterntötung.“ Sie kann nach Paragraph 2339 des Bürgerlichen Gesetzbuches eine „Erbunwürdigkeit“ nach sich ziehen. „Das ist in sechs oder sieben Rechtsvorschriften geregelt“, berichtet der Geschäftsleiter des Amtsgerichts. Diese werde aber nicht etwa von Amts wegen geprüft, sondern nur auf dem Wege der „Anfechtung des „Erbschaftserwerbs“. Dazu müsse also eine Anfechtungsklage aus dem Kreis der Erbberechtigten angestrengt werden. Bückmann: „Wer so etwas durchsetzen will, der muss es sich gerichtlich bescheinigen lassen.“

Auch für Lennestein-Wirt Franz Josef Hegener ist die Lage nach Chafik Itanis Tod nicht einfacher geworden. Itani war Eigentümer der Immobilie. Nicht immer finde er jetzt jederzeit einen Ansprechpartner, so Hegener. ▪ tk

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