IPhone statt Keule: Und Beweisfotos gibt‘s auch

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Das IPhone ersetzt die Keule im Ordnungsamt - so hieß das Erfassungsgerät scherzhaft bisher.

ALTENA - Eis und Schnee senkten vor Weihnachten die Knöllchen-Rate. Und weil Politessen nun einmal kein Auto berühren dürfen, um eine Parkzeitüberschreibung festzustellen, kamen viele Dauerparker ohne Strafzettel davon.

Das wird sich ändern, und zwar auch durch die Einführung eines neuen Systems beim Knöllchenschreiben, das die Stadt zum 3. Januar 2011 einführt. Dann haben die so genannten „Keulen“, also die etwa Oberarm langen Eingabegeräte der Außendienstmitarbeiter der Stadt, ausgedient. Stattdessen werden die Frauen und Männer, die dann für das Ahnden von Parkzeitüberschreitungen,

Falschparker

Falschparkern oder anderen Ordnungswidrigkeiten zuständig sind, mit einem modernen iPhone ausgestattet.

Das neue System heißt „Winowig“ – weil es auf dem Windows-PC-Programm basiert und für Ordnungswidrigkeiten umgeschrieben wurde. Die Geräte gleichen dabei den handelsüblichen iPhones aufs Haar. Drei Stück hat die Stadt davon angeschafft und die Verantwortlichen erhoffen sich, ihre Außendienstmitarbeiter damit wesentlich mobiler zu gestalten. Wie Klaus-Peter Trappe, Ordnungsamt, auf Anfrage bestätigte, werden mit der neuen Software künftig keine Strafzettel mehr ausgedruckt, aber Beweisfotos gemacht. Die gehen dann sofort, unmittelbar, wenn der Außendienstmitarbeiter tätig geworden ist, in die Datenbank der Stadt. Und die Kollegen, bei denen eventuell Bürger vorsprechen, haben sofort und unmittelbar Zugriff darauf.

Vor Weihnachten lief eine Testphase im Amt. Bei diesem Probebetrieb gab es keine großen Pannen oder Unregelmäßigkeiten.

Von Lüdenscheid lernen

Wie Klaus-Peter Trappe sagte, war die Umstellung nötig, weil die KDVZ (Kommunale Datenverarbeitungszentrale), mit der die Stadt bisher eng zusammen arbeitete, ein neues System eingeführt hat. Für das hat sich Altena aber nicht entschieden. Die Burgstadt wählte die Variante, mit der die Kreisstadt Lüdenscheid bereits seit geraumer Zeit gute Erfahrungen gemacht hat. Zeitgleich wird das Winowig-System noch in Meinerzhagen eingeführt. Die alten Brikett-Erfassungsgeräte, die Keulen, werden aber nicht verschrottet. Laut Klaus-Peter Trapp kommen sie bei der Marktabrechnung weiter zum Einsatz.

von Johannes Bonnekoh

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