Maren Christoffer: „Gesellschaft braucht die FDP“

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Maren Christoffer ist seit Sonntag Vorsitzende der Altenaer Liberalen.

Altena - Seit Sonntag, 19. Februar, ist Maren Christoffer (26) neue Vorsitzende der FDP Altena. „Wir setzen auf eine Verjüngung des Vorstandes“, hatte zuvor der kommissarische Ortsvereinschef Friedrich Wilhelm Kilsch, vor Parteifreunden im Lokal Lennekai gesagt.

Kilsch meinte damit unter anderem auch Matthias Klinke (30), der für die Liberalen als Schatzmeister auf Ortsebene arbeitet.

Bitte stellen Sie sich kurz vor!

Maren Christoffer: Ich habe 2010 am Burggymnasium in Altena meine Abiturprüfung abgelegt. Anschließend Studium an der BiTS Hochschule in Iserlohn, Fachrichtung Journalismus und Unternehmenskommunikation sowie Digital Journalismus an der Hamburg Media School. Seit 2015 arbeite ich als Freie Journalistin. Zuvor Absolvierung einiger Praktika (unter anderem bei n.tv in Berlin) und Ausbildung bei Focus Online. Familienstand ledig. Seit dem Wintersemester 2015/2016 nebenberufliches Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Fernuni in Hagen. Zu meinen Hobbys zählen: die Fußball-Bundesliga, Segeln und Badminton.

Warum und wie lange sind Sie bereits in der FDP und was ist gegenüber anderen Parteien bei den Liberalen so anders?

Christoffer: Schon immer hatte ich großes Interesse an Politik und habe überlegt mich zu engagieren. Letztlich bin ich dann Ende 2013 eingetreten. Die FDP vertritt das, was mir persönlich wichtig ist. Im Gegensatz zu anderen Parteien schreibt sie mir nicht vor, wie ich mein Leben zu gestalten habe, sondern unterstützt mich als Individuum.

Warum übernehmen Sie noch so jung an Jahren die Führung einer Partei?

Christoffer: Nach dem überraschenden Rücktritt von Bernhard Diel war die Frage: Was nun? Im Ortsvorstand haben wir dann überlegt wer es machen könnte und Friedrich Wilhelm Kilsch hat mich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte. Ich wusste lange nicht, ob ich es mir zutraue, aber nach intensiven Gesprächen mit Freunden und meiner Familie habe ich mich dafür entschieden. Ich möchte einfach, dass die FDP hier in Altena ihr Potential ausschöpfen kann und dafür kämpfen, dass die Partei im Land und Bund wieder stärker vertreten ist.

Wie wollen Sie die Arbeit angehen? Erste Ziele, Vorstellungen, Visionen.

Christoffer: Mein erstes Ziel ist die FDP in Altena wieder sichtbar zu machen. Fragen wie „Gibt´s die FDP hier noch?“ sollen der Vergangenheit angehören. Langfristig würde ich mir wünschen, dass die FDP hier in Altena wieder zweistellig wird.

Es stehen zwei harte Wahlkämpfe auf Landes- und Bundesebene an. Wie werden Sie sich persönlich einbringen und wie wollen Sie neue/alte Wählerschichten ganz konkret für die FDP erschließen.

Christoffer: Ich arbeite im Wahlkampfteam mit. Das heißt, ich unterstütze unsere Kandidaten in beiden Wahlkämpfen so gut ich kann, werde auch die Nachbarortsverbände unterstützen. Die FDP im MK ist wie eine große Familie, ein Team, wir werden gemeinsam kämpfen und vor Ort sein. Die Wähler wollen wir auf verschiedene Arten erreichen. Da haben wir beispielsweise die klassische Medienarbeit. Im Team von Michael Schulte setzen wir natürlich auf die Nutzung der sozialen Medien und Videos. Natürlich sind wir aber auch jederzeit „Offline“ verfügbar. Im Märkischen Kreis finden in den kommenden Monaten immer wieder Veranstaltungen mit hochkarätigen Rednern unter anderem aus dem Bundesvorstand statt. Und natürlich sind wir auch hier vor Ort. Die FDP in Altena wird mehrere Stammtische anbieten und die Bürger so einladen mit uns ins Gespräch zu kommen. Außerdem gibt es dann natürlich auch noch die klassischen Infostände an denen wir den Bürgern Rede und Antwort stehen.

Die FDP war nicht mehr im Bundestag. Warum benötigt unser Land die Partei dennoch wieder im Parlament?

Christoffer: Es gibt in Deutschland außer der FDP keine Partei, die den Bürger als Individuum sieht. Die FDP schreibt niemandem vor wie er zu leben hat, sondern unterstützt jeden bei seiner eigenen Entscheidung. Gerade jetzt ist die liberale Stimme wichtig. Die AfD, Trump, Brexit, das sind alles genau die Gegenteile von den Werten der FDP. Wir brauchen wieder ein Gegengewicht dazu. Es fehlt die Wirtschaftskompetenz.

Haben Sie ein politisches Vorbild und wenn ja, wen?

Christoffer: Ein richtiges Vorbild habe ich nicht. Ich finde es toll, wie Wolfgang Bosbach trotz Widerstand und Jahrzehnten in der Politik immer sich selbst und seinen Prinzipien treu geblieben ist. Das ist eine wichtige Eigenschaft. Und ich würde gern so brillante Reden halten können wir Christian Lindner.

Würden Sie sich mit AfD-Vertretern auf ein Podium setzen?

Christoffer: Aber klar. Nur wenn man mit ihnen spricht, kann man sie aus der Reserve locken und zeigen, wie sie wirklich ticken. Ich habe in meiner Zeit in Berlin auch viel mit der AfD zu tun gehabt, Interviews mit beispielsweise Alexander Gauland geführt. Wenn man da mal genauer nachfragt stößt man schnell auf Widersprüche.

Was ist für Sie ein absolutes Politisches No-Go?

Christoffer: Rechtspopulisten wie der AfD meine Stimme zu geben.

Wer wird Kanzler oder Kanzlerin?

Christoffer: Ich denke, dass der Schulz-Effekt abnimmt und Angela Merkel wieder Bundeskanzlerin wird. Aber es verspricht ein spannender Wahlkampf zu werden. Und genau so etwas tut unserer Demokratie gut.

Ihre Einschätzung zum Abschneiden der FDP bei Landtags- und Bundestagswahl? 

Christoffer: Ich denke, dass wir hier in NRW rund neun Prozent erreichen. Bei der Bundestagswahl wird es schon schwieriger. Da rechne ich ganz optimistisch mit sechs bis sieben Prozent.

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