Im Internet bei Ebay nicht vorhandene Tickets verkauft

ALTENA _ Eintrittskarten von Bundesligaspielen zwischen Schalke und Dortmund oder Bayern München gegen Inter Mailand hat er nie besessen, ebenso wenig Dauerkarten. Und doch bot ein 31-jähriger Altenaer diese Tickets im Internet bei Ebay an, und kassierte dafür ordentlich ab.

 Gestern verurteilte ihn das Amtsgericht Altena dafür wegen gewerbsmäßigen Betruges zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren ohne Bewährung.

Der geständige Angeklagte gab zu, in der Zeit zwischen dem 2. November vergangenen und dem 12. Januar diesen Jahres durch den Verkauf insgesamt 1 450 Euro erhalten zu haben. Er gab an, von Hintermännern zu den Betrugstaten gezwungen worden zu sein. Als er damit habe aufhören wollen, hätten sie vor seinem Haus auf ihn gewartet und ihn verprügelt. „Die waren auch nicht nur 1,20 Meter groß. Ich konnte keinen Schritt mehr vor die Tür machen”, so der Altenaer. Die Geschäfte habe er über den Account einer Bekannten abgewickelt. Verdient habe er bei den Verkäufen nichts, denn Geld habe er von den Hintermännern nie bekommen. Die Tatsache, dass der Angeklagte bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten war, fiel dem 31-Jährigen gestern schwer aufs Butterende.

„Straftaten ziehen sich durch sein Leben”, brachte es die Vertreterin der Staatsanwaltschaft auf den Punkt. Vor vier Monaten erst hatte der Altenaer wegen einer ganz ähnlichen Sache vor Gericht gestanden. Damals wurde er zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Unter Einbeziehung dieser Strafe beantragte die Staatsanwaltschaft ein Jahr und sechs Monate ohne Bewährung. Dieser Forderung kam das Schöffengericht schließlich nach.

„Sie haben Vorstrafen ohne Ende, auch einschlägig. Dem Gericht ist nichts eingefallen, was eine Bewährung rechtfertigen würde”, so Richter Dirk Reckschmidt gestern in seiner Urteilsbegründung. ▪ von Jana Peuckert

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