Zwischenbilanz nach einem Jahr

Interkommunaler Bauhof: Die Richtung stimmt

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Thomas Knuth, Ulrich Gülicher, Dirk Röding, Stefan Kemper und Volker Richter stellten Montag, 19. Dezember,  auch zwei nagelneue Transporter vor.

Altena - Am 1. Januar 2016 wurden die Bauhöfe von Altena und Nachrodt-Wiblingwerde zusammengelegt. Nach fast einem Jahr wagten die daran Beteiligten am Montag eine erste Zwischenbilanz. Sie fällt positiv aus.

Thomas Knuth ist der wohl neutralste der fünf Männer, die in der Brachtenbeck an einem Tisch saßen. Er ist Teamleiter bei der Gemeindeprüfungsanstalt und begleitet den Fusionsprozess seit 2104. 

„Die Betriebe sind mittendrin. Es ist bereits eine Menge geleistet und erreicht worden“, sagte er gestern. Interkommunale Zusammenarbeit sei „ein guter Weg, Kräfte zu bündeln“. Altena und Nachrodt könnten durchaus auch „Beispiel für andere Kommunen sein“.

Kräfte bündeln

Vorrangiges Ziel ist die Senkung der Personalkosten – schließlich gehen beide Kommunen finanziell am Stock. Angedacht seien 20 Prozent, das gehe schneller als erwartet, sagte Altenas Kämmerer Stefan Kemper. Volker Richter, der für das Tagesgeschäft zuständige Betriebsleiter, nannte konkrete Zahlen: Allein in diesem Jahr sank der Personalbestand um drei auf 26. Wenigstens acht Stellen seien in den vergangenen drei Jahren abgebaut worden. 

Die Gemeindeprüfungsanstalt sieht ein Einsparpotenzial von 400.000 bis 600.000 Euro, wenn alle Maßnahmen abgeschlossen sind. Wie sich das genau auf die beiden beteiligten Kommunen auswirkt, lässt sich nicht beziffern. Knuth: „Vielleicht zwei Drittel Altena und ein Drittel Nachrodt“. Der Bauhof arbeitet als Eigenbetrieb auf eigene Rechnung und finanziert sich durch Zahlungen, die die beiden Kommunen für Arbeiten, die sie in Auftrag gaben, leisten müssen. Wichtig ist deshalb der Stundensatz. 

Der liegt im Moment bei 43,50 Euro, für das laufende Jahr sei trotz Tariferhöhung keine Veränderung geplant, sagte Stefan Kemper. Der gehört ebenfalls zur Betriebsleitung und ist dort für die Zahlen zuständig. Ganz wichtig sei, dass der Fusionsprozess auch von den Mitarbeitern mitgetragen werde – darin waren sich

Beteiligung

gestern alle Beteiligten einig. Es gibt drei Gremien, die regelmäßig tagen, in einem davon sitzt die Personalvertretung mit am Tisch. Sie erhält dort auch das Signal, dass der Bauhof Zukunft hat: Angestrebt wird eine weitere Professionalisierung, entsprechende Investitionen in den Maschinenpark stehen unmittelbar bevor. 

So ist erstmals der Kauf einer Kleinkehrmaschine geplant, um Handarbeit bei der Straßenreinigung zurückzufahren. Und weil gute Arbeit auch nach qualifizierten Mitarbeitern verlangt, wird der Bauhof ab 2017 auch wieder ausbilden. Bei aller Euphorie ist den Beteiligten eines aber klar: Der erste echte Stresstest steht noch aus – einen richtig harten Winterdiensteinsatz hat es nämlich seit der Fusion noch nicht gegeben. Kritik, die nach Schneefall im November von einigen Wiblingwerdern geübt wurde, hält der Nachrodter Ratsherr Ulrich Gülicher aber für überzogen. Er leitet einen paritätisch besetzten Beirat, in dem Kommunalpolitiker aus Altena und Nachrodt die Fusion der Bauhöfe kritisch begleiten.

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