Interkommunale Zusammenarbeit zieht nicht

+
Nur wenige Besucher kamen zur Info-Veranstaltung in die Burg Holtzbrinck.

ALTENA - „Klein, aber fein!“ – so kommentierte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein den Besuch der Informationsveranstaltung zur „interkommunalen Zusammenarbeit“ mit Nachrodt-Wiblingwerde am Donnerstagabend in der Burg Holzbrinck. Mit 18 Anwesenden, inklusive Verwaltungsspitze und Vertretern aller Ratsfraktionen, zeigten die Bürger diesem Angebot deutlich die kalte Schulter.

Trotzdem lieferte die Stadtspitze viele konkrete Informationen, wie die Zusammenarbeit künftig mit und für den Bürger laufen soll. Vorweg stellte der Bürgermeister klar, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde und auch niemand aus den Verwaltungen finanzielle Einbußen erwarten müsse. Gleichwohl prognostizierte Projektleiter Stefan Kemper schon Personaleinsparungen von 0,2 bis 0,3 Stellen in jedem der fünf Partnerbereiche Soziales, Standesamt, Gebäudemanagement, Schule und Baubetriebshof. „Wir müssen einige Leitungsfunktionen nicht mehr doppelt besetzen.“

Hollstein ging ein wenig zurück in die Historie und berichtete noch einmal von ersten Kontaktaufnahmen mit Nachbargemeinden entlang der Lenneschiene und Iserlohn vor sieben Jahren. Das sei damals aber irgendwie versandet. „Nachrodt ist dann neu im Mai 2010 auf uns zugekommen und war schon damals unser Wunschpartner.“

Weil beide Rathäuser nur sechs Kilometer Luftlinie trenne, sei die Zusammenarbeit auch für jeden Bürger zumutbar. Besonders im Fachbereich Soziales, wo Wohngeld, Grundsicherung und Asylangelegenheiten zusammenlaufen, müsse heute jeder Verwaltungsmitarbeiter ein Allrounder sein, was nicht leicht sei, wie Wolfgang Friess, Fachbereichsleiter Soziales klar machte. Die Konzentration auf Altena bei gleichzeitiger Beibehaltung der bekannten Sprechzeiten in Nachrodt „ist ein Weg, der Bürgern und Verwaltungen hilft“.

Ansonsten ändert sich sicht- und spürbar relativ wenig für den Bürger. Zwar kann der Burgstädter ab Jahresmitte kein Aufgebot, oder Neugeborene beziehungsweise Sterbefälle im Bürgerbüro am Markaner beurkunden lassen. Für Pässe, Meldewesen und Müllberatung bleibt der Markaner aber Ansprechstelle.

Vorbehalte waren besonders aus den Bauhöfen geäußert worden. Doch die Konzentration auf die Brachtenbeck mache Sinn, „weil wir unser Personal von einmal 48 auf jetzt um die 30 Personen reduziert haben und die sieben, acht Kollegen aus Nachrodt sich da bestens eingliedern können“, so Hollstein. „Wir werden bei dieser Zusammenarbeit neu rechts und links schauen und dazu lernen“, meinte Kämmerer Stefan Kemper und spielte damit auf die Bereiche Grünpflege und Straßenunterhaltung an.

„Das wird ein Renner“ sagten Hollstein und Nachrodts Fachbereichsleiter Jürgen Röll übereinstimmend in der Einschätzung der gemeinsam beantragten Sekundarschule. Nicht nur, dass das langfristig mehr als 400 000 Euro an Betriebskosten einspare, es sei die einzige Chance, eine qualifizierte weiterführende Schule in beiden Orten zu halten. Möglicherweise schon nächste Woche soll der kommissarische Schulleiter vorgestellt werden. Anmeldetage für die neue Schule sind am 10. und 11. Februar – parallel zum Burggymnasium.

Am bisherigen Standort der Hauptschule am Nüggelnstück kann sich der Bürgermeister „gut ein Unternehmen aus dem Dienstleistungs- oder produzierendem Gewerbe vorstellen.“

von Johannes Bonnekoh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare