Nur das Gericht denkt an den Holocaust-Gedenktag

+
Öffentliche Gebäude (dazu zählt auch die Sparkasse) müssen an bestimmten Tagen Flagge zeigen. Ausgerechnet den Holocaust-Gedenktag haben gestern die meisten Hausmeister vergessen.

Altena - Peinliche Panne nicht nur im Rathaus: Ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag am Freitag wurde in Altena fast überall vergessen, die vorgeschriebene Trauerbeflaggung anzubringen.

„Menschliches Versagen“ – so begründete Tanja Jäker, Abteilungsleiterin des Rathauses, den Fauxpas. Der Hausmeister habe den Gedenktag schlicht übersehen. Damit stand er nicht alleine: Finanzamt, THW, Feuerwehr, Sparkasse – nirgendwo war ordnungsgemäß geflaggt, bis das Altenaer Kreisblatt am späten Vormittag nachfragte. Einzig am Amtsgericht hingen die Fahnen schon am frühen Morgen so, wie das der die Flaggenerlasse von Land und Bund vorsehen.

Nur am Gericht war schon morgens ordnungsgemäß geflaggt.

Wo wann wie die Fahnen hängen müssen, ist darin bis aufs i-Tüpfelchen geregelt. Sie legen neun Tage im Jahr fest, an denen die Flaggen gehisst werden. Dazu gehören neben dem Holocaust-Gedenktag der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober), der 1. Mai als Tag der Arbeit, der Volkstrauertag und der Gründungstag des Landes NRW (23. August). Hinzu kommen die Tage allgemeiner Wahlen. Außerdem kann aus besondern Anlässen eine Beflaggung angeordnet werden wie zuletzt am Dienstag, als der Staatsakt für den verstorbenen Bundespräsidenten Roman Herzog stattfand.

Der war es übrigens auch, der den „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ am 3. Januar 1996 durch Proklamation einführte. Dass er auf den 27. Januar fällt, liegt daran, dass das der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee ist. In diesem größten Vernichtungslager des Nazi-Regimes wurden auch aus Altena stammende Juden ermordet. Andere wurden nach Theresienstadt, Buchenwald oder Zamosc in Polen gebracht. Neben Juden wurden auch behinderte Altenaer Opfer des NS-Regimes.

Namen der Opfer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.