Insolvenzverfahren für Ekczi-Gruppe eröffnet

ALTENA ▪ Jetzt hat die Krise unter Altenas Drahtziehereien doch noch ein Opfer gefordert: Ende vergangener Woche ist das vorläufige Insolvenzverfahren über die Firmengruppe Ekczi eröffnet worden.

Das bestätigte gestern eine Sprecherin der Wuppertaler Rechtsanwaltskanzlei Blessinger, Wischmann und Partner. Deren Mitglied Andreas Schoß ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden, befindet sich zurzeit jedoch im Osterurlaub. Trotzdem soll die Ekczi-Belegschaft heute im Rahmen einer Betriebsversammlung über den Stand der Dinge informiert werden. Ekczi-Draht hat etwa 40 Mitarbeiter, die sich zurzeit in Kurzarbeit befinden.

Ziel der Insolvenzverwaltung sei es, zunächst die Produktion aufrecht zu erhalten, hieß es gestern aus Wuppertal. Allerdings zeigt schon ein Blick auf die Lagerplätze, dass das schwierig wird: Es fehlt an Walzdraht – im Moment laufen Gespräche über die Lieferung neuen Vormaterials.

Gegründet wurde Ekczi-Draht vor 15 Jahren von Fehmi Eksi – der betrieb seine Geschäfte zunächst in Hemer-Sundwig und kaufte 2003 den ersten Teil des ehemaligen stahlrump-Komplexes in der unteren Nette. Wenig später übernahm er auch das Werk III oberhalb der Feuerwehr.

In diesen Jahren wurde das Unternehmen als Einzelgesellschaft geführt, Fehmi Eksi haftete mit seinem Privatvermögen. Das änderte sich im Zuge einer deutlichen Expansion in den Folgejahren: Es wurden die Ekczi Draht GmbH & Co KG, die Ekczi Verwaltungs-GmbH und die Czichowski GmbH gegründet. Eksi selbst firmierte nur noch in der Verwaltungsgesellschaft als Geschäftsführer, in den beiden anderen Unternehmen hatte Klaus Czichowski als Geschäftsführer das Sagen. Der war bei der Konkurrenz im Gegensatz zu Eksi nicht besonders gut gelitten: Allzu oft habe er die Preise gedrückt und damit gerade in Krisenzeiten den Mitbewerbern das Leben noch schwerer gemacht, berichtete der Inhaber eines anderen Drahtwerkes gestern. Gleichzeitig habe es wohl das ein oder andere Qualitätsproblem und dementsprechenden Ärger mit den Abnehmern des bei Ekczi produzierten Drahtes gegeben.

Klaus Czichowski äußerte sich zuletzt im Dezember öffentlich über die Perspektiven des Unternehmens. Er sprach von einer Belebung und davon, dass er optimistisch in die Zukunft blicke.

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