Reaktionen auf die geheimen Feuerwehr-Pläne

Insider: Gut die Hälfte ist dann weg

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Feuerwehrleute bei einer Übung.

Altena - Wenn der Rat tatsächlich beschließe, für die hauptamtlichen Feuerwehrleute den sogenannten Tagdienst einzuführen, dann werde es in Altena in wenigen Jahren keine hauptamtliche Feuerwehr mehr geben, befürchten Kenner der Materie.

Hauptamtliche Feuerwehrleute sind grundsätzlich Beamte. In Altena werden sie in der Regel nach der Besoldungsgruppe A7 bezahlt. Ohne Zuschläge sind das etwa 2500 Euro pro Monat – brutto. Für die heute üblichen 24 Stunden-Dienste gibt es Zuschläge, außerdem verdienen sich viele Feuerwehrleute an den beiden freien Tagen, die einem 24-Stunden-Dienst folgen, bei Nebenjobs etwas dazu. Neben den Zuschlägen fielen auch diese Einkünfte weg.

Zuschläge fallen weg

Gut die Hälfte der hauptamtlichen Feuerwehrleute werde sich nach einer neuen Stelle umsehen, wenn der Tagesdienst komme, schätzt ein Insider, der die Verhältnisse auf der Altenaer Wache gut kennt. Er berichtet auch, dass die Mannschaft insgeheim mit dieser Entwicklung gerechnet habe, zumal die Einführung des Tagesdienstes im vergangenen Jahr schon während einer Personalversammlung zur Sprache gekommen sei.

Wehrleute gesucht

Feuerwehrleute seien gesucht. Wer wechseln wolle, finde auf jeden Fall eine neue Stelle, heißt es in Feuerwehrkreisen. Übrig blieben allenfalls diejenigen, die aus Altersgründen woanders nicht genommen würden, weil sie ohnehin bald in Rente gehen. Nahezu unmöglich werde es sein, für ausscheidende Feuerwehrleute Ersatz zu finden. „Wenn das kommt, dann ist die hauptamtliche Wache in Altena in ein paar Jahren Geschichte“, heißt es. Bei come-on.de hat sich der Ratsherr Ulrich Biroth zu der Diskussion geäußert. Als Vertreter der sozialen und demokratischen Alternative ist er fraktionslos, er wurde deshalb nicht über die Planungen der Verwaltung auf dem Laufenden gehalten. Anfragen, die er in der Vergangenheit zu diesem Thema stellte, sind nach seiner Darstellung eher ausweichend beantwortet worden.

SDA-Ratsherr hakt nach

 Biroth stellt die These in den Raum, dass es möglicherweise überhaupt keines Brandschutzbedarfsplanes bedarf, um den Tagesdienst zu realisieren: Wenn die jetzt beginnende Diskussion zu Kündigungen führe, dann gäbe es womöglich ganz schnell nicht mehr genug Feuerwehrleute für 24-Stunden-Dienste, schreibt er im Internet.

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