Platz nur noch in Dahle und Evingsen

In einigen Kindergärten fehlen schon in diesem Jahr Plätze. -  Foto: Archiv

Altena - Die Kindergärten in der Innenstadt sind schon am Limit: 123 Plätze für die Betreuung über dreijähriger Kinder gibt es in den Einrichtungen St. Matthäus, Knerling und Zwergenburg. Dem stehen über 160 Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren gegenüber.

Weil einige wenige Eltern ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken, rechnet die Verwaltung für das kommende Kindergartenjahr mit einem Bedarf von knapp 153 Plätzen. 30 fehlen also.

Dass es im Kindergartenjahr 2018/2019 wenigstens rein rechnerisch aufgeht, liegt an einem Überangebot im Bereich Dahle/Evingsen. Dort wird es auch in den kommenden Jahren mehr Kindergartenplätze als Kinder geben. Das dortige Überangebot reicht aber 2019/2020 nicht mehr aus, um die Defizite im Innenstadtbereich und in der Rahmede zu decken.

Deutlich wurde in der Jugendhilfeausschusssitzung am Mittwochabend auch, dass die vorhandenen Plätze nicht immer mit den Bedürfnissen der Eltern kompatibel sind. Wenn beide Partner voll berufstätig sind, benötigen sie für ihre Kinder in der Regel eine Betreuung mit 45 Wochenstunden. Davon gibt es in Altena nur 82 – zu wenig, kritisierte die grüne Ratsfrau Dr. Rita Rüth. Wer gegen Kinderarmut und unzureichende Einkommen vorgehen wolle, der müsse auch die entsprechenden Betreuungsmöglichkeiten schaffen. Die Verwaltung erwiderte, dass ihre Handlungsfähigkeit begrenzt sei: Das Landesjugendamt bezuschusst nur eine bestimmte Zahl von Plätzen mit 45 Stunden Betreuung. Diese Plätze seien für die Träger besonders teuer, berichtete Pfarrerin Merle Vokkert. Deshalb seien die Kirchen nicht in der Lage, in ihren Einrichtungen die Zahl der Plätze mit 45 Stunden Betreuungszeit auszuweiten.

Auf jeden Fall ist die Stadt auf das Entgegenkommen der Träger angewiesen, um die Platzprobleme in den Kindergärten zu lösen. Es sei nicht vorgesehen, dass die Stadt selbst den zusätzlich erforderlichen Kindergarten betreibe, sagte Stadtkämmerer Stefan Kemper. Klar sei auch, dass jetzt schnell eine Lösung gefunden werden müsse: „Viel Zeit haben wir nicht mehr“.

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