Interkommunale Einigkeit

ALTENA ▪ Inklusion ja – aber noch nicht jetzt. Diese Haltung vertreten Altena und Nachrodt und stehen damit konträr zu Kultusministerium und Bezirksregierung. Dort will man, dass die Sekundarschule schon in diesem Jahr eine Hand voll behinderte Kinder aufnimmt.

Der Druck aus Düsseldorf und Arnsberg ärgert die Kommunalpolitiker vor allem deshalb, weil das Land zwar einerseits die Inklusion jetzt und sofort will, andererseits aber die gesetzlichen Grundlagen dafür noch gar nicht geschaffen hat. Sprich: Noch sind wichtige Fragen wie Raumprogramme, die Kostenbeteiligung des Landes und derlei mehr völlig ungeklärt.

Die Kommunen betonen, dass die Sekundarschule sich noch mitten in der Gründungsphase befindet. Zum einen sei es für Anne Rohde und ihr Team kaum zumutbar, jetzt noch eine weitere Baustelle zu eröffnen, zum anderen sei zumindest im kommenden Schuljahr einfach nicht genug Platz vorhanden – ein zusätzlicher Raum, der für die Förderung behinderter Kinder erforderlich sei, lasse sich am Holensiepen frühestens im Schuljahr 2013/14 einrichten.

Hinzu kommt, dass die neue Schule eigentlich ausgebucht ist. Würde sie dazu verpflichtet, behinderte Kinder aufzunehmen, dann müssten bereits abgemeldete Regelkinder abgewiesen werden. Wie groß der Druck ist zeigt die Tatsache, dass die Schulleitung die betroffenen Eltern bereits entsprechend „vorgewarnt“ hat.

Schützenhilfe erhalten die beiden betroffenen Kommunen vom Städte- und Gemeindebund, dessen Hauptausschuss sich des Themas gestern annahm: Inklusion im Schulbereich sei ein begrüßenswertes gesellschaftspolitisches Ziel, könne aber nur mit Augenmaß und mit solider Finanzierung umgesetzt werden, hieß es dort. „Die Kommunen können die Herausforderungen nur meistern, wenn sie von allen gesellschaftlichen Kräften und vom Land Unterstützung erhalten“, erklärte Roland Schäfer (Bergkamen), der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes. ▪ Thomas Bender

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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