Initiativen für das Lesen

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Der Kreis der Vorlesepaten kann auf den umfangreichen Büchereifundus zurückgreifen, darf aber auch Literatur aus dem heimischen Bücherregal nutzen.

Altena -  Christa van der Beck ist mit dem neuen Kreis der Vorlesepaten in der Stadtbücherei ins Geschäft gekommen: Die Leiterin des Ellen-Scheuner-Hauses hat am Dienstag vier Interessenten im Lesecafé der Stadtbücherei für Angebote in der Wohneinrichtung gewonnen. Sie weiß auch schon, welche Literatur von den Bewohnern gewünscht wird: Bücher mit Bezug zu Altena und Heiteres zum Schmunzeln sind der Renner im Scheuner-Haus.

Insbesondere Senioren, die aufgrund von Krankheiten selbst nicht mehr zum Buch greifen können, schätzen es sehr, wenn ihnen vorgelesen wird, erklärte Christa van der Beck am Dienstag in der Stadtbücherei.

Dort fand sich der neue Kreis der Vorlesepaten ein. Teilweise haben sie sich bereits fortgebildet im Rahmen eines Seminars mit Bernd Rose von der Stiftung Lesen. Der Referent erläuterte bei seinem Besuch in Altena im Juli den wichtigsten Aspekt des Vorlesens: Über die vorgetragenen Inhalte sollte eine Kommunikation angeregt werden. Gisela Gontermann, die bereits als Vorleserin in der Stadtbücherei tätig ist, kann bestätigen, dass die Unterhaltung im Rahmen einer Vorlesestunde der schönste Teil ist. „Jeder Zuhörer trägt nach und nach einen Teil zum Thema bei. Das macht richtig Spaß!“

Mit der Installation eines ganzen Kreises für Vorlesepaten will das Bücherei-Team auch die eigenen Medien für Kinder und Erwachsene interessant machen. Leiter Antonius Gusik hat sämtliche Kindergärten der Stadt angeschrieben und die Dienste der Vorleser angeboten: Rückmeldung kam aus dem evangelischen Kindergarten Dahle, der sich regelmäßige Vorlesestunden wünscht.

Ursula Lüling hat ihre Dienste als Lesepatin in Eigeninitiative im evangelischen Kindergarten Evingsen angeboten und wird nun dort regelmäßig ein Angebot für eine kleine Gruppe Drei- bis Vierjähriger machen. Die Förderschule am Drescheider Berg hat einen anderen Ansatz: Das Kollegium hat den Wunsch nach Lesementoren geäußert, die die Lesekompetenz der Kinder und Jugendlichen fördern.

Vorlesen soll höheren Stellenwert bekommen

In der Bücherei selbst soll das Vorlesen wieder einen hohen Stellenwert bekommen: Die monatlichen Angebote in diesem Bereich sollen nicht mehr an ein bestimmtes Buch gebunden, sondern thematisch überschrieben werden. Zuletzt war das Interesse an den Vorleseangeboten mit anschließender Bastelstunde abgeebbt. Dem Trend gilt es entgegenzuwirken.

Eine Idee, das Angebot in anderer Form neu zu beleben, gibt es schon: Ulrich Weispfennig schlug vor, die vier Samstage im Advent zu nutzen: „Eltern können in Ruhe eine Stunde lang in der Stadt einkaufen, während wir hier im Haus zur adventlichen Lesung einladen und die Kinder unterhalten.“ Weispfennig will nun mit der Einzelhandelsgemeinschaft in Innenstadt und Stapelcenter ins Gespräch kommen, damit die Zeiten entsprechend beworben werden. Angedacht ist, diese Lesungen samstags von 11 bis 12 Uhr anzubieten. Stefanie Ingenpaß will in dieses Angebot auch wieder das traditionelle Baumschmücken in der Bücherei integrieren.

Bürger können schon am morgigen Freitag um 16 Uhr ein Vorleseangebot wahrnehmen, wenn eine Aktion zum Internationalen Vorlesetag stattfindet. Wer selbst ins Team der Vorleser einsteigen will, bekommt in der Bücherei sämtliche Informationen. Institutionen können sich außerdem melden, wenn sie Vorleser buchen möchten.

Für Antonius Gusik sollen die Lesepaten auch „Botschafter“ der Bücherei sein und so ihren Teil dazu beitragen, dass die Bücherei mehr Zulauf bekommt.

Von Ina Hornemann

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