Infraschall von Windrädern schadet Kohlberghaus: Martin Ihde fürchtet um Bewohner

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Martin Ihde fürchtet um sein Kohlberghaus und dessen Bewohner, wenn auf Neuenrader Seite Windräder errichtet werden.

Altena/Neuenrade - Würden im Kohlberghaus Schwarzstörche leben, dürften in der Nachbarschaft keine Windräder errichtet werden. Dass (wenn auch seltene) Vögel besser geschützt werden als seine psychisch kranken Patienten, kann Martin Ihde nur schwer nachvollziehen.

Er hat Einspruch gegen die Pläne der Stadt Neuenrade eingelegt, zur Not will er auch dagegen klagen. Vor allem das Thema Infraschall treibt den Besitzer des Kohlberghauses um. Er kann nicht nachvollziehen, dass sich NRW-Umweltminister Remmel erst in der vergangenen Woche auf die Position zurückzog, eine krankmachende Wirkung der nicht hörbaren Schallwellen sei bisher nicht nachgewiesen.

Sollte eine derzeit in Dänemark laufende Studie zu anderen Ergebnissen kommen, will Remmel diese aber „in die Bewertung des Sachverhaltes“ aufnehmen. „Es gibt schon jetzt jede Menge Studien, die klar belegen, dass Infraschall sich durchaus auf den Menschen auswirkt,“ sagt dazu Ihde. Bei 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung sorge er für Beeinträchtigungen wie Schlafstörungen und Schwindel. „Und das gilt für gesunde Menschen“, betont er.

Viele seiner knapp 70 Bewohner seien hypersensibel, bei ihnen seien noch gravierendere Beeinträchtigungen zu befürchten. Er müsse aber natürlich auch das Wohl seiner knapp 100 Mitarbeiter im Auge haben.

"Das kann bei unseren Bewohnern zu richtig großem Stress führen"

Ihdes Befürchtung: Die Windräder (das nächste soll keine 500 Meter vom Kohlberghaus entfernt entstehen) stehen auf dem selben Fels wie das alte Wanderheim des SGV. Das Gestein werde den Schall gut leiten, das massive Gebäude ihn dann aufnehmen und wie ein Resonanzkörper noch verstärken. „Das kann bei unseren Bewohnern zu richtig großem Stress führen“, befürchtet er.

Vor zwei Jahren schon wurde Ihde vom damaligen Bürgermeister Klaus Peter Sasse über die Neuenrader Überlegungen informiert – „als einer der ersten“, wie er sagt. Er fühle sich deshalb „ausgesprochen fair behandelt“. Allerdings seien ihm die Dimensionen der geplanten Anlagen (sie sollen bis zu 200 Meter hoch werden) erst spät bewusst geworden.

Windräder als Gefahr für das Unternehmen Kohlberghaus

Seit etwas über einem Monat beschäftigt er sich jetzt intensiv mit dem Thema Infraschall – „mir ist ganz schnell klar geworden, dass ich da handeln muss“. Über Geld redet Ihde nicht gerne – „mir geht es schließlich um die Menschen“. Richtig ist aber: Seit er und sein damaliger Partner Martin Kunz das Kohlberghaus vor ziemlich genau 20 Jahren kauften, wurden Millionen in Umbau und Erweiterung sowie die Instandhaltung investiert – gerade sind Handwerker dabei, eine neue Heizung einzubauen.

Das Kohlberghaus ist also auch ein Unternehmen – und dieses Unternehmen ist nach Ihdes Ansicht dann gefährdet, wenn die Bewohner in einem nicht mehr optimalen Umfeld leben müssen. Einen anderen Standort als den Kohlberg hält der Inhaber für kaum vorstellbar: Die Abgeschiedenheit, die Ruhe – das seien wichtige Faktoren für die Arbeit mit den Kranken.

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