Filetstücke der Stadt

Industriebrachen im MK: Geld, Pioniergeist und kreative Köpfe sollen für Neues sorgen

Zur Zukunft der Industriebrache Schwarzenstein in Altena  gibt es viele Ideen.
+
Zur Zukunft der Industriebrache gibt es viele Ideen.

Zwei riesige Industriebrachen auf zwei Filetgrundstücken im MK. Eine wurde abgerissen. Nun sollen Geld, Pioniergeist und kreative Köpfe dafür sorgen, dass dort Neues entsteht.

Altena – Und nun? Das fragen sich viele Bürger, nachdem die Stadt vor zwei Jahren die sogenannten Itani-Brachen gekauft hat. Für einen Euro hatte sie nicht nur den gesamten Schwarzenstein-Komplex, sondern auch die ehemalige Firma Bierbach aus der Nachlass-Insolvenz des im Jahr 2011 von seinem eigenen Sohn ermordeten Unternehmers Chafik Itani erworben. Es handelt sich um insgesamt 40.000 Quadratmeter.

Seitdem ist nicht wirklich viel passiert, wenn man mal von dem noch laufenden Abbruch der Bierbach-Gebäude an der Werdohler Straße absieht. Bevor eine Entscheidung über die Zukunft dieser Fläche falle, müsse zunächst geklärt werden, wie der Baugrund beschaffen sei, erklärte Stadtplaner Roland Balkenhol während der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung.

Neue Nutzung der alten Brachen: Bislang nie ernsthaft diskutiert

In Workshops haben sich in der Vergangenheit Bürger mit der Frage befasst, was man mit den Grundstücken im ehemaligen Schwarzenstein-Komplex anfangen kann – eine eher lockere Ideensammlung. Politisch wurde die Nachnutzung bisher noch nie ernsthaft diskutiert, was jetzt dringend mal passieren müsse, wie CDU-Ausschussmitglied Thorsten Müller nach Balkenhols Vortrag sagte. Immerhin gehe es hier um ein wesentliches Projekt der Stadtentwicklung.

Im Moment setzt die Verwaltung aber noch auf Impulse von außen. „Summer of Pioneers“ heißt ein Projekt, das Digitalarbeiter aus ganz Deutschland nach Altena locken soll. „2021 habt ihr als Pioniere die einmalige Chance, die Nachnutzung für Schwarzenstein zu prägen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort ein neues Kapitel in der Stadtentwicklung einzuläuten“, heißt es in der Ausschreibung. 110.000 Euro will sich die Stadt dieses Projekt kosten lassen und setzt große Hoffnung auf dessen Nachhaltigkeit.

Industriebrachen: 700.000 Euro im Haushalt

„Summer of Pioniers“ fand ab 2019 erstmals in Wittenberge an der Elbe (nicht zu verwechseln mit der Lutherstadt Wittenberg) statt. Die Hälfte der etwa 20 Teilnehmer fanden die Arbeits- und Lebensbedingungen dort so interessant, das sie sich dauerhaft in der wie Altena knapp 17.000 Einwohner zählenden Stadt niederließen.

Im Oktober schauten sich 40 Interessierte aus ganz Deutschland die Burgstadt an - mit eindeutigem Feedback. 20 kreative Köpfe sollen dann ab Mai für ein halbes Jahr in Altena leben und arbeiten. „Summer of Pioneers“ – so es denn überhaupt stattfinden kann – soll aber nach den Vorstellungen der Verwaltung nicht alles sein, was sich im laufenden Jahr tun soll.

Sie stellt im Haushalt auch fast 700.000 Euro dafür zur Verfügung. 400.000 Euro davon stehen für Investitionen zur Verfügung, 170.000 Euro sind konsumtive Mittel für Altlasten-Untersuchungen und ähnliche planerische Auslagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare