Industriebrache Schwarzenstein: So geht's weiter

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Vollkommen verrottet: die Industriebrache Schwarzenstein.

Altena – Es bewegt sich was bei der Industriebrache Schwarzenstein, die seit Jahren verrottet. So soll es weitergehen.

Vor Jahresfrist kaufte die Stadt die Industriebrache Schwarzenstein-Winkelsen für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro. Noch immer klafft das Areal mit einer Gesamtgröße von 3,4 Hektar als offene Wunde im Stadtgebiet. Das soll sich ändern. 

Auch wenn Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein damit rechnet, dass Altena vermutlich erst 2026 oder sogar noch später an dieser Stelle ein völlig neues Gesicht bekommt. 

Reaktivierung zu teuer

Das Büro Complan aus Potsdam stellte am Mittwoch einen ersten Projektfahrplan für die Umgestaltung zunächst im Ausschuss für Stadtentwicklung und später in einem mit mehr als 40 Personen gut besuchten Bürgergespräch in der Burg Holtzbrinck vor. 

Nach vielen Ortsterminen und dem Sichten der Ergebnisse eines ersten „Wünsch-Dir-Was-Bürgerworkshops“, der kurz nach der Geländeübernahme stattfand, rät Complan, dort keine Industrie mehr anzusiedeln. Projektleiter Gregor Borg: „Eine Reaktivierung der Flächen oder Gebäude macht aus Kostengründen überhaupt keinen Sinn.“ Das Büro präsentierte stattdessen drei Ideen zur Umgestaltung. 

Die Schwerpunkte:  

1.Freizeit und Erholung an der Lenne

Der erste Vorschlag sieht den vollständigen Abriss aller Gebäude vor. Die Lennebrücke soll erhalten bleiben. Starke Akzente legen die Planer auf Freizeit und Sport, etwa durch das Anlegen eines Erwachsenenspielplatzes und bis zu 20 Wohnmobilstellplätze.

2. Wohnen und Arbeiten an der Lenne 

Im Szenario 2 bleibt ebenfalls die Brücke erhalten, alte Bausubstanz soll aber erhalten und saniert werden. Sogar ein Neubau wäre denkbar. 

3. Gemeinschaftliches und generationsübergreifendes Wohnen an der Lenne

Bei der dritten Idee liegt der Schwerpunkt auf einem generationsübergreifenden Wohnen, wie es vielerorts in Deutschland schon praktiziert wird. Dabei gibt es das Gedankenspiel, die bestehende Brücke ersatzlos abzureißen. 

Allen drei Vorschlägen ist gemein, dass sie auf den riesigen Flächen viel Grün und Spielmöglichkeiten vorsehen. Und – ganz wesentlich – die Lenne aufwerten. Das soll zum einen durch Lenneterrassen Richtung Fluss geschehen, andererseits aber auch durch ein saisonal bedingtes gastronomisches Angebot. „Davon leben können würde wohl niemand. Wir denken zum Beispiel an einen Food-Truck oder einen Aus-dem-Auto-Verkauf“, hieß es. 

Gebäude nur bedingt erhaltenswert

Als bedingt erhaltenswert stufen die Planer verschiedene Gebäudeteile der ehemaligen Gießerei ein. So haben sie sich ein wenig in die besondere Stahlkonstruktion des Daches verliebt und regen weiter an, teilweise alte Ziegelmauerwerk-Wände offen stehen zu lassen. 

Die Bürger nahmen all dies bei ihrer Vorstellung in der Burg Holtzbrinck interessiert auf. Sie hatten zudem Gelegenheit, nachdem sie dieselben Infos erhalten hatten wie die Politiker, auch mit den Planern ins Gespräch zu kommen. Auf großen Tafeln war für sie alles noch einmal visualisiert. 

"Daumen hoch" oder "Daumen runter"?

Mit kleinen Aufklebern „Daumen hoch!“ oder „Daumen runter“ konnten sie alle drei Vorschläge bewerten, ändern oder kombinieren. Stadtplaner Roland Balkenhol sagte am Ende des Abends: „Grob geht es nach meiner Auffassung in Richtung Tourismus-Freizeit-Nutzung.“ 

Die nächsten Schritte sehen nun vor, die künftige Nutzung zu konkretisieren, die bevorzugt wird, dann eine Kostenschätzung aufzustellen und schließlich das zeitliche Entwicklungskonzept zu erstellen. Dies soll Politik und Bürgern im September präsentiert werden.

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