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In einem historischen Wohngebiet: Neues Denkmal in Altena

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Das Gebäude Nalshof 2 wird nun in die Denkmalliste der Stadt Altena eingetragen – so hat es der Stadtentwicklungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.
Das Gebäude Nalshof 2 wird nun in die Denkmalliste der Stadt Altena eingetragen – so hat es der Stadtentwicklungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. © Wiechowski, Jona

Die Burgstadt hat ein neues Denkmal – es handelt sich um das Gebäude Nalshof 2. „Insbesondere die große, noch vorhandene Feuerstelle, der Keller und der intakte Hauskasten haben hier Zeugniswert“, schreibt die Stadt Altena in einer Beratungsvorlage, die sie jüngst dem Stadtentwicklungsausschuss vorgelegt hat.

Altena – Und die Mitglieder sagten einstimmig ja, womit das Gebäude jetzt direkt in die Denkmalliste der Stadt Altena eingetragen werden kann. Die Geschichte reicht weit zurück – vor fast 100 Jahren hatte ein Schneidermeister das Gebäude umfangreich umbauen lassen.

Am Steilhang unterhalb der Burg hat sich laut Stadt „wohl schon im Spätmittelalter ein Handwerkerquatier ausgebildet, dessen kleine Wohnhäuser sich um einen schmalen Fußweg den Hang hinaufwinden“. Relativ weit unten am Burgberg befindet sich die Adresse Nalshof 2, die als kleiner Stich von der Innenstadt abgeht. „Dem Namen nach haben die hier ansässigen Handwerker – zumindest zunächst einmal – Metall verarbeitet“, schreibt die Stadt. Sie hätten wohl vor allem Nägel und Kleinteile geschmiedet

Große, gemauerte Feuerstelle

„Das aus Stein gemauerte, verputzte Haus steht traufständig zur Straße. Die Haustür mit Oberlicht ist mit Naturstein eingerahmt. Links und rechts sind unterschiedlich große Fenster, die sich im Obergeschoss wiederholen.“ Und weiter: „Von vorne wirkt es, als ob sich darüber ein weiteres Obergeschoss befindet, aber von der Seite wird deutlich, dass es sich um eine hausbreite Gaube handelt“, so die Stadt. „Im Inneren wird das Haus durch eine Mittelwand quer zum First geteilt, die bauzeitlich sein dürfte (zumindest die Position der Wand), da der Kellereingang die Lage der Wand vorgibt.“ Im Zentrum der rechten Haushälfte, die aus einem Raum bestehe, befinde sich an der westlichen Hauswand eine sehr große, aus Grauwacke gemauerte Feuerstelle, ihr gegenüber die Klappe zum Kellerabgang, der ebenfalls bauzeitlich sei. „Weiterhin ist hier am Fenster noch das alte Spülbecken eingebaut. Dieser Raum hat noch eine hohe Dichte an historischer Überlieferung.“ In den oberen Geschossen sei das Haus allerdings stark umgebaut worden, sodass hier nur noch wenig alte Strukturen zu finden seien.

Weiter sind der Vorlage viele historische Details zu entnehmen: So sei das Haus bis 1925 von einem Feilenmeister bewohnt gewesen und dann an einen Schneidermeister verkauft worden, der im Dachgeschoss zur Straße nach Norden eine hausbreite Gaube habe aufsetzen lassen, um dort seine Schneiderstube einzurichten.

Dachausbau gehört zum Denkmal

Das Denkmal umfasst laut Beratungsvorlage das gesamte Äußere und Innere des Hauses. Während auch der Dachausbau von 1925 Teil des Denkmals ist, gehöre der Innenausbau von 1985 nicht dazu. „Das Benehmen mit dem LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen ist hergestellt.“ Der Eigentümer des Gebäudes habe sich mit der Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Altena einverstanden erklärt.

„Das Wohnhaus Nalshof 2 ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, hier für die Stadtgeschichte von Altena, da es eines der am besten überlieferten Häuser in diesem historisch überlieferten Wohngebiet in der Kernstadt von Altena ist. Aufgrund der noch vorhandenen Feuerstelle, Keller und Gebäudestruktur lässt sich das Leben und Wirtschaften in dem Haus nachvollziehen“, stellt die Stadt in der sogenannten Denkmalwertbegründung fest. „Es ist siedlungsgeschichtlich bedeutend, da der Nalshof ein wichtiger, historischer Siedlungsschwerpunkt in der Kernstadt von Altena ist. Diese Ansammlung kleiner Handwerkerhäuser, die sich oberhalb der ehemaligen Hauptstraße den Burghang hoch ansammeln, zeigen noch die kleinen Wohneinheiten, in denen zumeist gelebt und gearbeitet wurde.“

Für die Erhaltung und Nutzung lägen volkskundliche Gründe vor, da die Größe der Häuser auf die Lebensumstände der Bewohner schließen lasse. So zeige auch die 1925 geschaffene Schneiderstube im Dach, wie je nach Gewerk das Haus umgestaltet wurde. „Ein Schneider brauchte viel gleichmäßiges Tageslicht und so baute er seine Werkstatt nach Norden.“ Schließlich lägen für die Erhaltung und Nutzung noch städtebauliche Gründe vor, da die Kleinteiligkeit des „Stadtteils“ auch heute noch erkennbar sei, heißt es abschließend.

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