Die meisten Eltern lassen Kinder gegen Masern impfen

Masern-Impfung Pflicht in Schulen und Kitas im MK: Impfverweigerern drohen hohe Bußgelder

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Seit dem 1. März gilt das Masernschutzgesetz. Demnach müssen alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr, die eine Kindertageseinrichtung oder Schule besuchen, gegen Masern geimpft sein.

Altena - Seit dem 1. März gilt das Masernschutzgesetz. Demnach müssen alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr, die eine Kindertageseinrichtung oder Schule besuchen, gegen Masern geimpft sein. Zu Beginn sorgte das Gesetz für große Aufregung, denn die Einrichtungen hatten keine Handreichungen, wie sie mit der Umsetzung verfahren sollen.

Und bisher habe sich daran auch noch nicht viel geändert, sagt Mathis Schneider aus der Pressestelle des Märkischen Kreises. Fakt ist: Für Kinder, die bereits im Kindergarten oder in der Schule sind, kann der Impfnachweis in der Einrichtung nachgereicht werden. Dafür haben Eltern bis zum 31. Juli 2021 Zeit. Doch wenn ein Kind neu in eine Einrichtung kommt, muss die Impfung sofort nachgewiesen werden. Der Andrang beim Kinderarzt ist seit der Einführung des Gesetzes nicht enorm gestiegen. Vereinzelt seien Eltern mit Kindern unter zwei Jahren in die Praxis gekommen, um sie gegen Masern impfen zu lassen, berichtet Dr. Maria Thannhäuser, Kinderärztin in Altena. „Bei zwei oder drei Familien fehlte den Kindern die zweite Impfung noch, bevor sie in die Kita gehen durften.“

Die Familien, die regelmäßig ihre Praxis aufsuchen, hätten ihre Kinder aber ohnehin impfen lassen. Thannhäuser hat dazu eine klare Haltung: „Ich möchte, dass alle Kinder bis zum Alter von zwei Jahren geimpft sind. Denn ich möchte die Ansteckung in meiner Praxis vermeiden, auch als Schutz für die Säuglinge.“

Doch was passiert, wenn die Impfpflicht nicht rechtzeitig nachgewiesen wird? Michael Buschkämper, Fachdienstleiter Gesundheitsschutz und Umweltmedizin des Märkischen Kreises, erklärt: „Schüler, die der Masern-Impfpflicht nicht nachkommen, sind nicht von der Unterrichtspflicht befreit. Ein Schulausschluss kann wegen des Rechts auf Bildung nicht vollzogen werden.“

Eltern, die ihre Kinder ohne den Impfschutz in die Schule schicken, kann aber Buß- oder Zwangsgeld angedroht werden. Kommen die Eltern der Impfpflicht auch dann nicht nach, werden die Sanktionen verschärft – sprich: Es wird (noch) teurer. Grundlage dafür ist das Verwaltungsvollstreckungsgesetz. Bis zu 25 000 Euro sind theoretisch möglich.

Bei Kindern, die eine Kita oder Tagesmutter besuchen, sieht das anders aus. Dafür gibt es keine Besuchspflicht wie in der Schule. Die Kinder können in dem Fall von der Gemeinschaftseinrichtung ausgeschlossen werden. Auch für diese Eltern sind zusätzlich Zwangs- und Bußgelder möglich. Aber: Die Notwendigkeit, diese Verfahren zu betreiben, werde in diesen Fällen nicht gesehen, betont Michael Buschkämper.

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