Corona-Impfung im MVG-Bus

Impfbus in Altena: Große Resonanz und ein besonderer Arzt

Impfbus in Altena: Dr. Rüdiger Balbach impft Ursula Rösner.
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Impfbus in Altena: Dr. Rüdiger Balbach impft Ursula Rösner.

Gute Stimmung, ein paar Witze, viele Impfwillige und ein reibungsloser Ablauf: Besser hätte es am Impfbus des Kreises in Altena nicht laufen können. Viele holten sich spontan den Pieks - bei einem Arzt, wegen dem allein schon so mancher kam.

Altena – „Siehste, wenn Papa das macht, dann tut das auch nicht weh.“ Ein Piks, ein Pflaster und bitte der nächste Piks und das nächste Pflaster. Dazu jede Menge fröhliches Miteinander. Dr. Rüdiger Balbach, langjähriger Chefarzt des ehemaligen Altenaer Krankenhauses, hatte seine helle Freude am großen Andrang am Impfbus. Das Motto „Impfen: Hier und jetzt“ zog am Donnerstag 92 Altenaer Bürger an.

Von Impfmüdigkeit und Desinteresse keine Spur. Viele Bürger kamen ganz spontan zum Parkplatz Küsters- ort, wo der zur Impfstation umgebaute MVG-Bus stand. Hinten im Bus, gut gelaunt zwischen allen Utensilien: Krankenschwester Nina Garofalo, die die Spritzen mit den Impfstoffen von Biontech und Johnson & Johnson aufzog. „Das macht richtig Spaß hier.“ Beide Vakzine waren auf die Anzahl genau gleichermaßen begehrt, bei Johnson & Johnson zog das für viele unschlagbare Argument: Eine Impfung ist ausreichend.

Von der Nachtschicht zum Impfbus

Vor dem Bus: Medizinstudent Marcel Hagenah, der die Unterlagen aushändigte und viele Fragen beantwortete, und Koordinator Bernd Benscheidt, der sich bei jedem Einzelnen bedankte, gekommen zu sein – „zum Schutz für sich selbst und für andere“.

„Soll ich oder soll ich nicht? Ich habe lange überlegt, aber meine Tochter heiratet und ich möchte gerne mitfeiern“, erzählte Ursula Rösner. Und Renate Marksteiner, die direkt von der Nachtschicht zum Impfbus kam, meinte: „Wenn man nicht geimpft ist, kann man ja gar nichts mehr machen. Mein Freund ist auch geimpft und ihm geht es gut.“

Viele Impflinge, die vorher hin- und hergerissen waren

Dass viele Familienmitglieder, Freunde und Bekannte mittlerweile geimpft sind, machte auch Corina Krüdewagen Mut: „Alle sind bei uns geimpft, nur ich nicht. Also nehme ich das jetzt in Angriff“, so die Altenaerin schmunzelnd. Dass das mobile Impfteam vor Ort war, präsent, sichtbar, unkompliziert, war ganz augenscheinlich der Weg zum Impferfolg.

Impfbus in Altena: Dr. Rüdiger Balbach, langjähriger Chefarzt des Altenaer Krankenhauses (Mitte, hier mit Team) impfte 92 Bürger.

Es waren viele Bürger gekommen, die lange Zeit beim Thema Impfung hin- und hergerissen waren. „Ich habe keine Angst vor der Spritze, sondern vor den Nebenwirkungen“, so Ilona Dalüge. Und auch die Debatte, dass angesichts sinkender Impfzahlen und einer erwarteten vierten Corona-Welle Einschränkungen für Ungeimpfte anstehen könnten, überzeugte einige Altenaer zur spontanen Impfung.

Wegen dem früheren Chefarzt zur Impfung

Interessant am Rande: Zwei Bürger kamen, weil Dr. Rüdiger Balbach persönlich die Impfungen vornahm. „Altena ist meine Lieblingsstadt“, meinte der Arzt, der den Impfwilligen ein gutes Gefühl vermitteln konnte und zu vielen Späßchen aufgelegt war. „Was ist das denn für ein Läppchen? Das kannst du zu der Sendung ,Bares für Rares bringen“, witzelte er angesichts eines in die Jahre gekommenen Impfausweises.

Wer keinen Impfausweis hatte, bekam einen neuen ausgehändigt. Und für alle, die sich mit Biontech impfen ließen, gab es die gute Nachricht: Die Zweitimpfung kann ohne Termin ganz unproblematisch nach frühesten 21 Tagen (nach drei bis sechs Wochen) in den Impfzentren Iserlohn oder Lüdenscheid stattfinden. Oder natürlich bei den Hausärzten.

Meistens Erstimpfungen im Bus

Nur ganz selten wurde am Donnerstag (29. Juli) eine Zweitimpfung verabreicht. „Wir bitten dann natürlich darum, dass der Termin beim Hausarzt abgesagt wird“, so Bernd Benscheidt, der sich über den Erfolg der Impfaktion riesig freute. „Es sind viele gekommen, die wir sonst nicht erreicht hätten.“ Am Freitag hält der Impfbus beim Wochenmarkt in Halver, am Samstag am Baumarkt in Neuenrade.

Und sonst? Dr. Rüdiger Balbach schwärmte in den höchsten Tönen von der Möglichkeit, direkt in der Stadt zu impfen: „Hier bin ich direkt am Menschen, hier geht es lebhafter zu.“

Balbach: Mobile Teams sind die Zukunft

Der ehemalige Chefarzt ist sicher, dass es eine Empfehlung für eine dritte Impfung geben wird: „Das wird kommen.“ Alle, die im Februar, März, April geimpft wurden, könnten Ende des Jahres als erstes damit rechnen. In Nordrhein-Westfalen werden nach heutigem Stand die Impfzentren zum 30. September schließen. Die Lösung werden dann, so glaubt Dr. Balbach, mobile Teams sein, „um alle zu erreichen“.

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