Immer wieder Ärger über Zustand des reformierten Friedhofs

Nur noch das Nötigste

Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Im Mai, spätestens im Juni gibt es die ersten Beschwerden über den Zustand des reformierten Friedhofes.

Einmal mehr ist es Gudrun Gruß, die sich über hoch wucherndes Gras ärgert und darüber, dass inzwischen keine Wasserstelle mehr funktioniere.

„Wir bringen unser Wasser demnächst aus Nachrodt mit“, sagt sie. Mann und Tochter sind in einem Familiengrab auf dem oberen Teil des Friedhofs begraben, Gurdrun Gruß und ihr Lebensgefährte pflegen das schön gestaltete Grab erkennbar mit viel Liebe. Mehr noch: Damit es nicht zuwuchert, halten die beiden auf den benachbarten Gräbern das Gras kurz.

 Stand gestern war der untere Teil des Friedhofs gemäht, am oberen Teil dagegen stand das Gras meterhoch – sicher werde auch dort in Kürze Ordnung gemacht, sagte Friedhofs-Presbyterin Karin Thomas und verwies darauf, dass derzeit wenigstens drei Mitarbeiter der Firma Steinmann auf den Friedhöfen mit Mäharbeiten beschäftigt seien und wegen der derzeit besonders üppigen Vegetation mit der Arbeit kaum fertig würden.

Dieter Steinmann hat einen Werkvertrag mit der Kirchengemeinde, in dem geregelt ist, dass er auch für die Pflege des reformierten Friedhofs sorgen muss. Dreimal Mähen pro Jahr sehe der vor, berichtet Steinmann – „und daran halte ich mich auch“. Das Problem ist, dass die evangelische Kirchengemeinde zu viel Friedhof hat. Deshalb wurde der reformierte schon vor Jahren stillgelegt. Trotzdem finden noch Beerdigungen statt, zuletzt am Montag. Beerdigt würden dort aber nur noch die Ehepartner von Verstorbenen, für die einst ein Familiengrab erworben wurde, erklärt Karin Thomas. Dementsprechend spärlich seien die Einnahmen. Gemacht würde deshalb nur das Nötigste: „Wir sorgen für die Verkehrssicherheit“, sagt die Presbyterin. Dazu ist die Gemeinde noch mindestens 30 Jahre lang verpflichtet. Karin Thomas berichtet auch, dass die Finanzierung der Friedhöfe für die Gemeinde zunehmend schwierig werde – ein Argument, das Gudrun Gruß nicht gelten lässt:

 Sie verweist darauf, dass sie nach dem Tod von Mann und Tochter viel Geld für die Grabstelle bezahlt habe und dass in den Gebühren auch Instandhaltungskosten für den Friedhof enthalten gewesen seien.

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