Immer weniger Grundschüler im Religionsunterricht

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Immer weniger Grundschüler sind in Altena katholisch oder evangelisch. Das hat Auswirkungen auf die Teilnahme am Religionsunterricht. Die ist am Ort stark rückläufig.

Altena - An der Grundschule Altena mit den Standorten Mühlendorf und Dahle sowie an der Grundschule Breitenhagen nehmen immer weniger Schüler am evangelischen oder katholischen Religionsunterricht teil. Das ist eine direkte Folge der Zunahme von Schulkindern mit Migrationshintergrund.

340 Kinder besuchen die Grundschule Altena an beiden Standorten. Laut Rektor Wolfgang Wilbers sind darunter 90 Muslime. Daneben gebe es noch einige konfessionslose oder anderen Glaubensgemeinschaften angehörige Kinder, die er aber nicht auf den Punkt statistisch erfasst habe aber über den „großen Daumen“ mit etwa zehn bis 15 Prozent beziffere.

Rund 150 Kinder besuchen den Breitenhagen, von diesen gehören nur noch 44 Prozent entweder der katholischen oder evangelischen Kirche an. Das war im Jahr 2010 noch anders, wie Rektor Jörg Schlüter sagt. Damals waren noch 66 Prozent seiner Schützlinge katholisch oder evangelisch. Die Differenz entfällt auf Muslime und konfessionslose Schulkinder, was aber auch er nicht im Detail erfasst hat.

Doch was passiert mit diesen Mädchen und Jungen im Schulalltag? Grundsätzlich gilt laut Bezirksregierung: Die Schulen regeln selbst, ob sie für einen Ersatzunterricht sorgen oder die Religionsstunden an die Randzeiten legen, sodass die Kinder eher nach Hause gehen können. Religionsunterricht in den Randzeiten ist jedoch die Ausnahme, vielmehr wird die Zeit für Förderunterricht genutzt. Das habe auch einen pädagogischen Aspekt hieß es und so wurde auf die Wirkung verwiesen, die es auf Kinder habe, wenn ihre Klassenkameraden nach Hause gehen könnten. „Bei uns im Mühlendorf und Dahle erhalten die konfessionslosen oder muslimischen Kinder Förderunterricht im Bereich Sprache.“ Das schaffe, so Wilbers, noch einmal ganz neue Möglichkeiten, Kinder, die kein oder schlecht Deutsch sprechen, in kleinen Gruppen besonders zu fördern.

Ganz anders der Breitenhagen: Dort wird den Kindern Werteunterricht erteilt, wie Schulleiter Jörg Schlüter ausführt. Zwar finde das in keiner Note Widerhall, doch gibt es einen entsprechenden Vermerk auf dem Zeugnis, dass das Kind an dieser Form des Unterrichts teilgenommen hat.

Die Landtagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hat jetzt angeregt, das Fach Philosophie an Grundschulen einzuführen, um schon die Jüngsten mit den Fragen des Lebens wie etwa „Wo kommen wir her? Was ist Glück? Was ist Glaube?“ zu befassen.

Dem Antrag der Grünen stehen die Befragten noch abwartend gegenüber. Einzig Wilbers merkt an: „Ich habe keinen Bedarf an Philosophie-Unterricht.“ Vom Märkischen Kreis war zu diesem Thema zu hören, noch gebe es weder eine Bedarfsanfrage noch einen Erlass. Man warte deshalb zunächst ab.

Und wie ist das mit den sogenannten Islam-Kunde-Lehrern? In diesem speziellen Studiengang träten in diesem Jahr erstmals die Absolventen ins Referendariat ein. Es sei zu früh, da schon eine Bewertung abzugeben, hieß es vonseiten der Bezirksregierung.

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