Immense Unterschiede: Kindergartengebühren im Vergleich

Altena - 453 Euro im Monat – mehr geht nicht in Altena. Das ist der Höchstsatz der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung. Ihn müssen Eltern zahlen, die über 66.000 Euro verdienen und ein Kind neun Stunden pro Tag in die U III-Betreuung geben.

Das Internet-Vergleichsportal Netzsieger hat sich die Mühe gemacht, einen Blick auf die Kindergartenbeiträge deutscher Städte zu werfen. Wenig überraschende Erkenntnis: Es gibt immense Unterschiede. 

Besonders teuer ist es zum Beispiel in Bremen: Bei einem Monatseinkommen von 4000 Euro müssen Eltern 239 Euro für die ganztägige Betreuung zahlen. In Altena kostet das mit 116 Euro noch nicht einmal die Hälfte. Noch günstiger ist es – zumindest auf den ersten Blick – beim Märkischen Kreis, der für die Städte ohne eigenes Jugendamt wie Nachrodt und Neuenrade zuständig ist. Der berechnet in solchen Fällen 75 Euro. Vielleicht aber auch 112,50 Euro. 

Gebührenvergleiche schwierig

Während nämlich in Altena Geschwisterkinder grundsätzlich beitragsfrei sind, erheben andere (wie eben der Märkische Kreis) dafür zusätzliche Gebühren. Zumindest in NRW gilt, dass die Kommunen ihre Kindergartenbeiträge in eigener Regie festlegen dürfen. Das macht Gebührenvergleiche schwierig bis unmöglich. 

Beispiele: In Altena sind Eltern bis zu einem Einkommen von 18.000 Euro beitragsfrei, im Kreis liegt diese Grenze bei 15.000 Euro und in Iserlohn bei 30.000 Euro. Dort wird der Beitrag auch auf der Grundlage des tatsächlichen Einkommens berechnet, anderswo gibt es eine Staffelung. Eine Übersicht über die Kindergartenbeiträge im südlichen Märkischen Kreis bietet folgende Grafik.

Städte setzen Gebühren selber fest

In Altena führt die dazu, dass bei 60.001 Euro Jahreseinkommen der gleiche Beitrag fällig wird wie bei 65.999 Euro. Wer über 66.000 Euro verdient, zahlt den Höchstsatz – der Kreis kennt für Besserverdiener noch eine ganze Reihe weiterer Einkommensgruppen. 

Beispiel für reicher Leute Kinder: Altenaer Familien mit 120.000 Euro Jahreseinkommen zahlen für zwei Kinder über drei Jahre bei siebenstündiger Betreuung 197 Euro. Beim Märkischen Kreis kostet das 375 Euro, Eltern aus Iserlohn sind mit 200 Euro dabei. 

Die unterschiedlichen Gebühren in den NRW-Kommunen sind Folge des 2006 von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung eingeführten „Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern“, das es den Städten und Gemeinden erlaubt, ihre Gebühren selber festzusetzen. In manchen reichen Kommunen wie zum Beispiel Düsseldorf sind Kindergärten dadurch inzwischen beitragsfrei.

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Krumm

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