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Biotonne macht für den ZfA keinen Sinn

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Von: Thomas Bender

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Seit 2017 gibt es die braune Tonne auf dem Gelände des Bauhofs in Altena bereits. Sie steht recht versteckt, genutzt wird sie so gut wie nie.
Im Zweckverband für Abfallbeseitigung (ZfA) sammeln die Städte und Gemeinden mehr Bio-Aball ein als Großstädte, in denen es neben grauer, gelber und blauer auch noch eine braune Tonne für organische Abfälle gibt. © Thomas Keim

Im Zweckverband für Abfallbeseitigung (ZfA) sammeln die Städte und Gemeinden mehr Bio-Aball ein als Großstädte, in denen es neben grauer, gelber und blauer auch noch eine braune Tonne für organische Abfälle gibt.

Altena – Mit dieser Feststellung überraschte Bürgermeister Uwe Kober (CDU) in der Ratssitzung in dieser Woche. Er informierte dort über eine Stellungnahme, die er beim ZfA angefordert hatte, nachdem Friedrich und Susanne Hahne per Bürgerantrag die Einführung einer Biotonne für alle Haushalte gefordert hatten. Bisher wird Bioabfall beim ZfA dezentral gesammelt: Was aus dem Garten stammt, wandert in die in den Stadtteilen aufgestellten Grünmüllconainer, Küchenabfälle kann man in bei den Bauhöfen stationierte braune Tonnen werfen, wovon aber kaum Gebrauch gemacht wird.

Weite Wege zur nächsten Biogasanlage

Trotzdem werden nach Berechnungen des ZfA in seinem Gebiet mehr als 110 Kilogramm Bioabfall pro Kopf kompostiert – 100 Kilo in der Kompostieranlage der Firma Lobbe in Sümern, zwölf Kilo in den eigenen Gärten der Bürger.

Über die braunen Tonnen dürfen aber auch Speisereste und andere Küchenabfälle entsorgt werden – Dinge, die in den Grünabfallcontainern nichts zu suchen haben. Der Inhalt der Biotonnen müsste in entsprechende Behandlungsanlagen gebracht werden, in denen er vergast wird und dann zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Solche Anlagen gebe es aber in der näheren Umgebung nicht, das Material müsse über weite Strecken transportiert werden, zitierte Kober aus der Stellungnahme der ZfA-Geschäftsführung.

Die Biotonne ist nicht überlegen, sondern lediglich teurer.

Uwe Kober

Zusätzliche Fahrten, deshalb auch mehr Fahrzeuge und mehr Mitarbeiter, die Anschaffung neuer Tonnen – das hätte natürlich seinen Preis. Kober sprach von „mindestens 25 Prozent Mehrkosten“ und von einer deutlich höheren Umweltbelastung. Im übrigen sei die Art und Weise, wie im ZfA mit dem Müll umgegangen werde, vertraglich geregelt, wusste der Bürgermeister nach dem Studium des Schreibens der Geschäftsführung. Vor 2027 seien überhaupt keine Veränderungen möglich. Berücksichtigt werden müssen auch die Belange der Müllverbrennung in Iserlohn. Fehle im Müll die sogenannte „Nassfraktion“, dann brenne dort das Feuer zu heiß, was zu Problem führen könne.

Kobers Fazit: „Die Biotonne ist nicht überlegen, sondern lediglich teurer.“

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