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„Es wird alles wieder so, wie es war“

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Von: Thomas Keim

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Kopfsteinpflaster ist was für Könner: Nico Koslowski bei der Arbeit.
Kopfsteinpflaster ist was für Könner: Nico Koslowski bei der Arbeit. © Keim

„Der gefällt mir“, sagt Nico Koslowski und greift zu einem Stein – es ist einer von vielen, aber offenbar der Richtige. Der Mitarbeiter des Bauhofs ist dabei, vor dem Gasthaus Pilling eine Fläche aus Kopfsteinpflaster wieder herzurichten. Sie wurde bei der Starkregen-Katastrophe vom 14./15. Juli weggerissen, übrig blieb nur ein tiefes Loch.

Altena – Den meisten Teil seiner Arbeit erledigt Nico Koslowski knieend. Das merkt man natürlich nach einer gewissen Zeit, besonders bei den kühlen Temperaturen dieser Tage. Er führt ein Brett mit, dass seine Kniee abstützen kann, aber auch einen selbstgebauten Schemel. Es sind nicht gerade die freundlichsten Arbeitsbedingungen an diesem Morgen. Aber es ist offensichtlich, dass der Bauhof-Mitarbeiter Spaß an seiner Aufgabe hat. Sie ist nicht alltäglich, sie erfordert besonderes Geschick. Zwar ist Koslowski gelernter Maurer, aber der Umgang mit den Grauwacke-Steinen beim Verlegen einer Pflasterung ist etwas, das er sich angeeignet hat, weil ihn die Verlegetechnik reizte. „Wenn man Spaß daran hat, fällt es natürlich viel leichter.“

Augenmaß und Gefühl

Augenmaß und Gefühl seien dabei wichtig. Als „Zehn auf zehn“ wird die Größe der Steine bezeichnet – zehn Mal zehn Zentimeter – aber das ist nur ein grober Richtwert. Die Steine bewegen sich in freien Größenordnungen. Aber das hat auch handfeste Vorteile, denn was sich da vor Nico Koslowski auf dem Boden ausbreitet, „das ist wie ein großes Puzzle. Man muss sehen, welcher Stein wohin gehört.“

Eine Schnur, eine Wasserwaage, ein Pflasterhammer, das Fugeisen und ein Handfeger sind Koslowskis wichtigste Werkzeuge an diesem Tag. Und ein Steinspalthammer. Weist ein Stein an einer Stelle zum Beispiel eine unpassende Nase auf, dann bringt Nico Koslowski diesen Steinspalthammer zum Einsatz: Maßnehmen, ein kurzer, satter Schlag – die Nase ist weg.

Keine Stolperfallen

Der nunmehr passende Stein wird dann in ein Bett aus Mörtelgemisch gesetzt, das Koslwoski vorher angerichtet hat. Mit dem hölzernen Stiel seines Hammers wird der Stein – nun wieder sanft – in die mörtelige Unterlage hineingeklopft. Er soll nicht über seine Nachbarn herausschauen, sonst entstehen später Stolperfallen.

Der Blick muss aber auch der gesamten, etwa 30 Quadratmeter großen Fläche gelten. Vom Gebäude, im Jahr 1724 errichtet und damit die wohl älteste Gaststätte im Kreisgebiet, muss ein Gefälle hinwegweisen. Es folgt eine Abflussrinne und schließlich der Anschuss zur Bordsteinkante mit der dahinter liegenden Fahrbahn der Nettestraße.

Und nicht nur vor der Tür, auch dahinter wird gearbeitet. Inhaber Patrick Hochstein plant, im Dezember so weit zu sein, dass man wieder Gäste in die Partystube an der Lindenstraße einladen kann. Bis die Gaststube wieder eröffnet, werde es wohl Januar oder Februar werden. Derzeit wird alles in der Tischlerei Harte aufgearbeitet. Hochstein verspricht: „Es wird alles wieder so, wie es war.“

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