Grippeschutzimpfung ab sofort möglich

Husten- und Schnupfenzeit: Ein neues Virus ist unterwegs

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Altena - Jedes Jahr stehen auch in Altena Bürger vor der Frage: Soll ich mich gegen eine mögliche Grippe impfen lassen? Da gibt es viele Meinungen, die mit dieser Entscheidung einhergehen. Von positiven Empfehlungen, „dann bis du auf der sicheren Seite“ bis hin zu Warnungen „davon bin ich erst recht krank geworden“, reicht die Palette.

Frank Leienbach ist Allgemeinmediziner am Ort und hat mit dieser Fragestellung Jahr für Jahr zu tun. Er hält eine generelle Impfung „für alle“ allerdings für nicht sonderlich sinnvoll. 

Natürlich macht er die Einschränkung, dass niemand abgewiesen werde, der die Impfung haben möchte. „Sinn macht sie auf jeden Fall für Personen, die viel mit anderen Menschen zu tun haben und umgehen und Menschen ab 65 Jahren.“ 

Beispielhaft nennt er sein eigenes Praxisteam oder Krankenhaus-Personal und Gruppen wie chronisch-kranke Menschen, etwa Asthmatiker oder Diabetiker, sofern der Arzt ihnen dazu ausdrücklich rät und sie zuvor berät. Mittlerweile, das ist auch Kenntnisstand des Altenaer Mediziners, ist der Grippeimpfstoff 2018 überall eingetroffen.

Doktor Frank Leienbach in seiner Praxis an der Kirchstraße 14 bis 16. Er rät zur Impfung.

Er ist dabei gegenüber dem Vorjahr leicht modifiziert, muss es sein, weil sich Viren ständig verändern. Reichte im vergangenen Jahr noch ein Dreifach-Impfstoff, ist jetzt ein Vierfach-Impfstoff auf dem Markt. „Die Krankenkassen müssen dafür zwar mehr zahlen. Aber sie haben begriffen, dass dieser finanzielle Mehreinsatz günstiger ist, als wenn die Menschen erkranken. Das wird dann oft noch teurer“, sagt Leienbach.

Dr. Frank Leienbach: Wer viel und häufig in seinem Alltag mit Menschen umgeht, sollte sich impfen lassen!

Noch einmal zurück zur Sorge, die Impfung selbst mache krank. Leienbach: „Das haben wir immer wieder, dass sich Menschen nicht impfen lassen, da sie angeblich eine Grippe davon bekommen. Das ist ein Mythos. Es kann sein, dass man die ersten zwei, drei Tage das Gefühl hat, es zöge eine Grippe auf, das legt sich dann aber. Und sollte es eine Rötung an der Einstichstelle geben, ist die auch schnell verschwunden.“

Leienbach sagt weiter, er vergleiche solche Nebenwirkungshinweise, die auf Beipackzetteln beschrieben seien, immer gern mit dem Autofahren. „Wer den Führerschein gemacht hat, sich ins Auto setzt und losfährt, sollte danach auch immer im Kopf haben, das kann auch tödlich enden!“

Silvia Wiechel ist in der Burg-Apotheke von Apothekerin Dietlind Bauerfeind als PTA mit Zusatzqualifitkation Phyto beschäftigt.

„Für viele kommt es ganz plötzlich, meist im Dezember bis in den späten Februar des kommenden Jahres. Unsere Kunden klagen dann von heute auf morgen über deutliche Kopf- und Gliederschmerzen und sprechen zusätzlich von einem Schwächegefühl. Dann zieht meist eine ,echte Grippe, die Influenza’, auf.“

Das sagt Silvia Wiechel. Sie arbeitet als PTA in der Burg-Apotheke an der Kirchstraße 14 bis 16 und hat eine Zusatzausbildung zur IHK-geprüften Phyto-PTA absolviert.

Silvia Wiechel: Eine Selbstbehandlung ist möglich!

Heißt: Sie ist besonders kundig in Sachen Anwendung und Wirkungsweise von Pflanzenpräparaten. „Oft kommen die Menschen zuerst zu uns, bevor sie eine Arztpraxis aufsuchen“, stellt sie fest. 

Und sie kennt den schleichenden Beginn einer solchen Erkrankung auch aus eigener Anschauung, wenn man sich schlecht fühlt, der Hals kratzt, die Nase läuft, leichtes Fieber auftritt und der Husten zunimmt. Wiechel:

Leichtes Fieber

„Ich sage: Eine Selbstbehandlung ist möglich und macht auch erst einmal Sinn. Wir empfehlen dann starke Pflanzenpräparate, die ursächlich wirken und nicht nur die Symptome dämpfen. Es geht um die Stärkung der körpereigenen Immunabwehr.“ 

Nach Wiechels Erfahrung lassen sich, richtig angewandt, die Symptome auf die Hälfte reduzieren - ebenso wie der Verlauf der Erkrankungszeit selbst.

Risikogruppen sollten zum Arzt gehen. Immer!

Nur eines sagt auch die PTA ganz deutlich: „Wenn starkes Fieber und eitriger Auswurf auftreten oder es sich um Risikopatienten handelt, dazu zählen Schwangere und Schwerkranke, sollte sofort der Arzt aufgesucht werden.“ 

Der Grippe-Schutz nach der Impfung ist nach etwa 14 Tagen vollständig da. Sie wird in der Regel von allen Krankenkassen übernommen.

Grippe oder Erkältung?

Die Grippe hat ganz typische Symptome: akute Gliederschmerzen, Hustenreiz, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und starkes Krankheitsgefühl innerhalb von Minuten. Die Grippe dauert länger als Erkältungen oder andere Virusinfekte, etwa drei bis sechs Wochen. 

An den Folgen laboriert man noch bis zu einem halben Jahr. Dauerhafte Folgen am Herzen und in den Atemwegen sind bei dem Vollbild der Grippe häufig und können zu chronischem Krank sein führen.

  • Erkältung: langsamer Beginn mit Kribbeln in der Nase, Niesen, wässrigem Schnupfen, der später fest und gelb-grün werden kann, Halsschmerzen, Heiserkeit, trockenem Husten, später mit Auswurf, Temperatur unter 38 Grad, nach fünf bis sieben Tagen übergehend in Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung.
  • Grippaler Infekt: Anderer Begriff für Erkältung, durch Infektion entstanden, Symptome sind Schnupfen, Halsschmerzen, Schlappheit, Husten, Nachtschweiß, Fieber. Der Verlauf ist kürzer, wenn auch Grippe ähnlich und man fühlt sich weniger krank.

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