Corona-Krise in Altena

Hotels und Lokale bleiben geschlossen: Wirte bangen um Existenz

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Geschlossen: der Gasthof Alte Linden in Dahle. Sowohl der Hotel- als auch der Restaurantbetrieb ruhen komplett. Wirt Reinhold Thun beklagt einen Einnahme-Ausfall von 100 Prozent.

Während viele Einzelhandelsgeschäfte wieder geöffnet sind, bleiben die Türen von Gastronomie- und Hotelbetrieben  verschlossen. Für die Betriebe eine dramatische Situation mit bisher unbekannten Auswirkungen.

Altena - „Dass wir auf die Gesundheit Acht geben müssen, ist klar. Aber es ist auch ein gefährlicher Einschnitt in das Geschäft“, sagt Walter Droste, Inhaber der Gaststätte Droste in Dahle zur coronabedingten Schließung. Nicht nur der Restaurant-, sondern auch sein Hotelbetrieb sind zum Erliegen gekommen. Nur touristische Übernachtungen sind verboten, berufsbedingt wären diese also noch möglich.

„Aber die Firmen haben auch alle Kurzarbeit angemeldet, deshalb sind auch keine Monteure in der Gegend, die hier übernachten möchten“, sagt Walter Droste. Es sei schwer zu sagen, wie sich die Schließung auf den Betrieb auswirke, weil noch nicht klar sei, wie lange dieser Zustand noch anhält. Die Kosten laufen weiter, aber die Einnahmen bleiben aus. „Und wir werden auch nicht so einfach öffnen können, wie die Einzelhandelsgeschäfte“, meint Walter Droste. 

Wirt Walter Droste von der Gaststätte Droste kann die Folgen der Schließung noch nicht absehen.

Die Hotel- und Gastronomiebetriebe werden andere Auflagen bekommen, glaubt er. Er müsse erst vor der Öffnung sehen, ob diese für ihn umsetzbar sind und dann, wie er seinen Betrieb wieder ans Laufen bekommen kann. Mit einem Lieferservice hat der Wirt bereits versucht, wenigstens ein paar Einnahmen im Restaurantbetrieb generieren zu können. Das habe jedoch nicht funktioniert, „Dahle ist dafür zu klein“, sagt er. Daher habe er den Lieferbetrieb nach einer Woche wieder eingestellt.

Alte Linden in Dahle

Dass sich ein Außer-Haus-Betrieb in Dahle nicht lohnt, das stellte auch Reinhold Thun, Wirt des Gasthofs Alte Linden, fest. Seit er am 18. März schließen musste, habe er einen Ausfall von 100 Prozent – und auch davor habe er schon gemerkt, dass die Anfragen rückläufig waren. Dabei waren Hotelzimmer und auch diverse private Feiern in seinem Betrieb auf lange Sicht gebucht. Das alles entfällt nun. „Es muss etwas passieren in der Gastronomie. Das hält kein Mensch lange aus“, sagt Reinhold Thun.

Zur Schönen Aussicht 

Auch Manfred Winkhaus, Inhaber der Gaststätte Zur Schönen Aussicht in Nachrodt-Wiblingwerde, hofft, bald wieder öffnen zu dürfen. „Aber der Zustand wird wohl noch bis Ende Mai andauern“, vermutet er. Sein Restaurant ist zwar komplett geschlossen, aber immerhin kann er die Ferienwohnungen derzeit noch an Monteure vermieten.

Bergheim Mühlenrahmede 

In der Erholungs- und Tagungsstätte der Adventisten Bergheim in Mühlenrahmede sieht es ebenfalls nicht rosig aus. „Wir haben keine Einnahmen und unsere Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Wir versuchen ihre Arbeitsplätze so gut es geht zu erhalten, damit wir sie auch nach der Krise noch beschäftigen können“, sagt Heimleiter Reinhard Fuchs. Die Kirche als Arbeitgeber versuche das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufzustocken für die Mitarbeiter. Doch da es sich um eine gemeinnützige Einrichtung handelt, trifft es das Bergheim Mühlenrahmede doppelt. Denn ein Teil des Hauses wird aus Spenden finanziert – und wenn die Spender selbst kein Geld haben, fallen auch die Zuwendungen weg. „Ich hatte mir meinen Abschied eigentlich anders vorgestellt, mit Gästen und so weiter“, sagt Reinhard Fuchs. Der Heimleiter geht nach 36 Jahren Ende Mai in Rente. Die Einarbeitung seines Nachfolgers Marc Krätzig findet durch das Coronavirus ebenfalls nicht wie ursprünglich geplant statt. „Aber ich werde auch nach meinem Renteneintritt – gerade durch die derzeitige Situation – noch zur Unterstützung zur Verfügung stehen“, sagt Reinhard Fuchs.

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