Bürgermeister Hollstein zu Besuch bei Max W. Claas

Vorurteile gegenüber dem Beruf des Drahtziehers überwinden

+
Reger Austausch herrschte am Donnerstag bei der Firma Claas.

Altena – „Wir müssen unseren Betrieb über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen“, sagte Peter Schulze, Prokurist der Firma Claas in Altena bei einer Zusammenkunft der besonderen Art.

Bürgermeister Andreas Hollstein und Martin Döhler von der Agentur für Arbeit kamen am Donnerstag im Rahmen der derzeit laufenden Woche der Ausbildung mit Vertretern der Firma Max W. Claas GmbH zusammen, um sich über die Ausbildungssituation im Betrieb zu informieren. Mit dabei waren die beiden Geschäftsführer Bernd und Holger Falz und der Angestellte Jan Radix. 

Eines wurde bei dem Treffen schnell deutlich: Die Situation ist nicht gut. Die Entwicklung in Sachen Ausbildung sei laut Schulze geradezu dramatisch. „Wir haben jährlich rund zehn Ausbildungsplätze zu vergeben. Davon konnten wir im letzten Jahr allerdings nur vier vergeben“, erklärte er. 

Die Gründe dafür liegen laut Schulze auf der Hand: Zum Einen ist es der demografische Wandel, der den heimischen Betrieben Bauchschmerzen bereite, zum Anderen müssten sich Firmen in Zeiten des Internets die Frage stellen, wie man potenzielle Arbeitskräfte etwa über soziale Netzwerke besser erreicht. 

Darüber hinaus herrsche in der Gesellschaft ein eher schlechtes, veraltetes Bild vom Beruf des Drahtziehers, der im Ausbildungsangebot der Firma Claas immerhin sechs der zehn Stellen umfasst. „Viele Menschen halten den Beruf für laut, dreckig und körperlich zu anstrengend. So war zumindest früher die Auffassung und in den meisten Köpfen scheint das auch noch drin zu sein. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan“, sagte Bürgermeister Hollstein. 

Denn nicht nur die Berufsbezeichnung hat sich geändert (in Fachkraft für Metallverarbeitung), sondern auch einige der Vorurteile sind inzwischen unbegründet. „In vielen Drahtziehereien ist es sauberer als bei uns im Rathaus – allein wegen der teils strengen Richtlinien“, verriet Hollstein. 

Um der Frage nachzugehen, wie man mit diesen Vorurteilen aufräumen kann, hat die Firma Claas im vergangenen Jahr ein Projekt ins Leben gerufen, um das sich federführend der Industriekaufmann Jan Radix kümmert. 

Radix hatte im Rahmen seiner Ausbildung eine Präsentation erstellt, in der er genau dieses Problem beleuchtet hatte. Dadurch qualifizierte er sich für die Durchführung dieses Projektes. Das Projekt läuft seit einigen Monaten, ein paar wenige Ergebnisse liegen aber bereits vor. Verschiedene Veränderungen soll es geben. 

Erstens will die Firma Claas in Zukunft verstärkt auf Werbung in den sozialen Netzwerken setzen. „Aber das steckt zugegebenermaßen noch in den Kinderschuhen“, betont Geschäftsführer Bernd Falz. Zweitens ist die Firma Claas auch in diesem Jahr wieder auf Ausbildungsmessen vertreten, nachdem sie im vergangenen Jahr bereits an Karriere im MK in Iserlohn teilgenommen hatte. 

Die Eindrücke seien gut gewesen, versichern die vier Vertreter der Firma Claas. Auch wenn man noch ungern von Ergebnissen sprechen möchte: „Ob das alles wirklich dazu führen wird, dass wir in den kommenden Jahren mehr Bewerber um Ausbildungsplätze haben werden, ist unklar“, weiß Peter Schulze. „Aber wir müssen etwas tun“, ist er sich sicher.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare