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Hohe Spritpreise: Unmut an der Zapfsäule

Bft-Tankstelle Rahmede Altena Michele D’Addario
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Die höheren Preise an den Zapfsäulen haben vielen Autofahrern zum Start ins neue Jahr die Laune vermiest. Den Unmut bekommt auch Michele D’Addario an der Bft-Tankstelle in der Rahmede zu spüren.

Die Spritpreise sind deutlich gestiegen: Den Ärger der Autofahrer spüren die Tankstellen-Betreiber deutlich.

Altena/Nachrodt – An den Zapfsäulen der Bft-Station an der Rahmedestraße ist um kurz nach 9 Uhr so gut wie nichts los. Auf der großen Preistafel der Tankstelle wird der Literpreis für Superbenzin mit 1,36 Euro angezeigt, für den Liter Diesel werden 1,21 Euro verlangt.

„Das geht sogar noch“, meint Juniorchef Michele D’Addario, „der Diesel lag zuletzt auch schon bei 1,28 Euro und Super bei 1,40 Euro. Für diese Preise können wir aber nichts.“ Die Empörung der Kunden über die am 1. Januar eingeführte CO2-Abgabe entlädt sich trotzdem teilweise an der Kasse. Auch in der Rahmede.

25 Euro pro Tonne CO2

Die satte Preiserhöhung an deutschen Zapfsäulen, sie hat vielen Autofahrern zum Start ins neue Jahr die Laune vermiest, obwohl es eine Preiserhöhung mit Ansage war.

Um fossile Energien zu verteuern und klimaschonende Alternativen voranzubringen, gibt es seit diesem Jahr einen nationalen CO2-Preis für Verkehr und Heizen. Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel und Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen verkaufende Unternehmen wie Raffinerien zum Start 25 Euro zahlen.

Der Preis wird an die Kunden weitergegeben. Der Literpreis bei Benzin ist um etwa sieben Cent, bei Diesel und Heizöl um 7,9 Cent gestiegen. Deshalb haben viele Autofahrer vor dem Jahreswechsel noch schnell vollgetankt.

Tankstellen-Betreiber: „Wir können nichts dafür“

Obwohl die Tankstellen-Inhaber und deren Mitarbeiter für die Erhöhung der Spritpreise nicht verantwortlich sind, bekommen sie den Unmut der Verbraucher zu spüren. „Viele Leute meckern hier über die Preise. Dabei können wir nichts dafür. Die Preise werden uns vorgegeben“, sagt Michele D’Addario, für den der Ärger der Verbraucher nicht wirklich neu ist. „Auch vorher wurde schon über die Preise gemeckert.“

Getankt wird natürlich trotzdem, obwohl viele Tankstellen inzwischen eine deutlich geringere Kundenfrequenz verspüren. Das liegt aber weniger an der eingeführten CO2-Abgabe, sondern primär an der Pandemie. „Corona macht sich auch bei uns bemerkbar. Der Umsatz ist im Vergleich zu den letzten Jahren weniger geworden“, betont Michele D’Addario.

Immer mehr Berufstätige seien ins Homeoffice gewechselt oder befänden sich in Kurzarbeit, auch private Fahrten hätten nachgelassen – und das mache sich auch den Zapfsäulen bemerkbar.

Spritpreise: „Manche denken, wir drücken hier den Knopf“

Auch Peter Meier von der Aral-Tankstelle an der Altenaer Straße in Nachrodt hat während der Pandemie einen Umsatzrückgang verzeichnet. „Die Leute müssen weniger fahren. Und wegen Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit sparen einige Leute, wo sie können und überlegen sich jede Fahrt zweimal“, so Meier. Gefühlt sei insbesondere während des Lockdowns weniger getankt worden.

Nach der eingeführten CO2-Abgabe und der damit einhergehenden Preiserhöhung an den Zapfsäulen ist sich Meier sicher, dass Verbraucher „noch mehr auf die Preise achten“ werden. Am Dienstag (5. Januar) wurde seine Einschätzung einmal mehr bestätigt: „Eine Kundin wollte spontan tanken. Weil ihr aber wohl der Preis zu hoch war und es noch nicht so dringend war, ist sie wieder gefahren.“

Die Mehrheit der Autofahrer wisse, dass die Tankstellen-Betreiber „keinerlei Einfluss“ hätten auf die Preise, die sich mehrmals täglich automatisch verändern. „Der eine oder andere denkt aber noch, dass wir hier auf den Knopf drücken“, sagt Peter Meier, der in solchen Fällen die Kunden über das System aufklärt.

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