Hohe Kredite ergaunert

ALTENA ▪ Wegen Urkundenfälschung und gewerbsmäßiger Beihilfe zum Betrug in mehreren Fällen musste sich am Dienstag ein 31-Jähriger Altenaer vor dem Amtsgericht verantworten. Dem Mann wurde vorgeworfen, Unterlagen gefälscht zu haben, damit seine Auftraggeber bei Banken Kredite bekamen. Dabei ging es im Einzelfall um bis zu 36  000 Euro, die Summe der Kredite erreicht den sechsstelligen Bereich.

Insgesamt wurden dem Altenaer sechs Delikte zur Last gelegt. Das Vorgehen bei den schwerer wiegenden Taten war jeweils ähnlich: Der Angeklagte fingierte Lohn- oder Gehaltsabrechnungen für die späteren Kreditnehmer, damit diese der Bank gegenüber Sicherheiten nachweisen konnten. Dabei setzte er als Arbeitgeber seine eigene frühere „Makler-Sozietät“ ein, aber auch eine Reinigungs- und Verpackungsfirma. Die Empfänger der Kredite strichen das Geld der Bank dann ein, „ohne die Absicht zur Rückzahlung zu haben“, wie es die Staatsanwältin formulierte.

Der Angeklagte räumte ein, die Papiere gefälscht und dafür 1300 Euro erhalten zu haben. Dabei sei ihm seine frühere Tätigkeit in der Lohn- und Finanzbuchhaltung zu Gute gekommen. Zudem habe er „gute Verbindungen“ zu einer in Altena ansässigen Bank unterhalten. Ganz freiwillig habe er dabei er dabei aber nicht gehandelt, so der 31-Jährige. Einer der Auftraggeber – der Zeuge S. – sei „kein unbeschriebenes Blatt - da war Druck dahinter.“ S. sei deswegen auch einmal mitten in der Nacht mit mehreren Männern bei ihm aufgetaucht.

Unklar und offenbar dubios erschienen dem Gericht die Umstände eines Handels, den der Angeklagte als Vermittler für einen Autohändler getätigt haben will. Dabei sollte für 31 000 Euro ein BMW den Besitzer wechseln. Das Geschäft – wiederum auf Kredit – scheiterte aber, weil die BMW-Bank die Überweisung zurückrief. Die Verhandlung wurde schließlich unterbrochen und soll am 17. Februar fortgesetzt werden. Dazu müssen weitere Zeugen geladen werden.

Während der Verhandlung war an der Gerichtsstraße ungewöhnlich viel Polizei aufmarschiert. Die Präsenz der Ordnungshüter hatte in erster Linie damit zu tun, dass aus der Haftanstalt Werl ein „schwerer Junge“ als Zeuge vorgeführt werden sollte. Auf dessen Vernehmung, so befand später das Gericht, konnte aber verzichtet werden  – wohl auch, weil sich der Angeklagte geständig gezeigt hatte. Für den 31-Jährigen ging der Tag trotz der Unterbrechung der Verhandlung gegen ihn mit einer vorläufigen Festnahme zu Ende, denn er hatte noch einen Haftbefehl des Amtsgerichtes Dortmund „ausstehen“. So nahmen ihn die Polizisten, die ursprünglich zur Sicherung der Aussage von S. erschienen waren, nach der Verhandlung gleich mit. ▪ tk

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