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Hohe Energiekosten: Viele Handwerker bangen um ihre Existenz

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Von: Markus Wilczek

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Im Handwerk sehen sich viele Unternehmen vor einer ungewissen Zukunft.
Im Handwerk sehen sich viele Unternehmen vor einer ungewissen Zukunft. © Axel Heimken

Nicht nur für Verbraucher werden Strom und Gas viel teurer als zuvor, auch die Handwerker stöhnen unter den steigenden Energiekosten. Eine Umfrage unter ihnen zeichnet nun ein düsteres Bild.

Wegen hoher Energiekosten haben die Zukunftssorgen im heimischen Handwerk stark zugenommen. Wie eine Umfrage der Handwerkskammer Südwestfalen unter 987 Betrieben ergab, sehen sich 82 Prozent der Betriebe als Folge der Energiepreisentwicklung in ihrer Existenz gefährdet. Die Betroffenheit ist aber unterschiedlich. 49 Prozent sehen sich nur „gering gefährdet“, 19 Prozent stärker und 14 Prozent stark oder sehr stark. Nur 18 Prozent der Betriebe gaben an, dass sie „gar nicht gefährdet“ seien.

„Wir haben eine dramatische Lage im Handwerk“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Hendrik Schmitt, bei der Vorstellung der im September durchgeführten Befragung. In den Jahren zuvor hätten ähnliche Umfragen viel niedrigere Werte ergeben. Besonders betroffen sind zum Beispiel Bäckereien, Autolackierereien und generell metallverarbeitende Betriebe.

Handlungsaufforderung an die Politik

„Die Politik muss wirklich handeln, sonst werden wir im Winter eine massive Krise im Handwerk bekommen“, sagte Schmitt. Es drohe dann „eine riesige Welle von Betriebsaufgaben“. Handwerker würden ihre Betriebe dann abmelden, noch bevor sie in die Insolvenz gingen.

Die Kammer forderte den Bund auf, das Handwerk bei Förderprogrammen einzubeziehen und Sofortmaßnahmen zu ergreifen. „Wenn wir das nicht tun, haben wir ein sehr, sehr schwieriges Jahr vor uns.“ Außerdem seien Preisdeckel für Strom und Gas nötig, damit künftige Energiepreise besser kalkulierbar werden. Handwerker wüssten nicht, was sie in einem halben oder dreiviertel Jahr für Energie ausgeben müssten. Das erschwere ihr Geschäft extrem, da sie ihren Kunden schon jetzt Angebote machen müssten für zukünftige Arbeiten, sagte Schmitt.

Kunden müssen sich auf höhere Preise einstellen

Aus der Umfrage wurde zudem deutlich, dass sich Verbraucher und andere Handwerkskunden auf höhere Preise einstellen müssen. Mehr als drei Viertel der befragten Handwerker (77 Prozent) gab an, die Preise wegen der steigenden Energiekosten in den nächsten Monaten zu erhöhen. Auf die Frage, wie hoch diese Erhöhung ausfallen werde, gab die Hälfte der Umfrageteilnehmer eine Spanne von zehn bis 25 Prozent an.

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