1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Hohe Auszeichnung nach Flutkatastrophe: Land und Kreis ehren 2360 Einsatzkräfte

Erstellt:

Von: Thomas Krumm

Kommentare

Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Märkischen Kreis wurden im BRZ, stellvertretend für ihre jeweiligen Einheiten, persönlich geehrt.
Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Märkischen Kreis wurden im BRZ, stellvertretend für ihre jeweiligen Einheiten, persönlich geehrt. © Thomas Krumm

Bei einem großen Empfang im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum (BRZ) in Altena-Rosmart haben am Montagabend Vertreter der Feuerwehren und Rettungsdienste im Märkischen Kreis stellvertretend für ihre Einheiten Ehrungen des Landes Nordrhein-Westfalen und des Kreises entgegengenommen.

Märkischer Kreis – Bei einem großen Empfang im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum (BRZ) in Altena-Rosmart haben am Montagabend ausgewählte Vertreter der Feuerwehren und Rettungsdienste im Märkischen Kreis stellvertretend für ihre Einheiten Ehrungen des Landes Nordrhein-Westfalen und des Kreises entgegengenommen.

Mit einer Urkunde bedankte sich Landrat Marco Voge (CDU) im Namen der Bürger im Märkischen Kreis bei allen Einsatzkräften für den „herausragenden Dienst und die Einsatzbereitschaft im Rahmen der Starkregen- und Hochwasserereignisse“.

Gemeinsam mit Kreisbrandmeister Michael Kling überreichte der Landrat an die anwesenden Einsatzkräfte außerdem die von NRW-Innenminister Herbert Reul eigens für diesen Anlass gestifteten Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaillen des Landes und die entsprechenden Urkunden. Insgesamt erhalten 2360 Einsatzkräfte aus dem Märkischen Kreis diese Ehrung.

Zwei Wehrleute sterben im Einsatz

Das Unwettertief „Bernd“ hatte durch ergiebige Starkregenfälle erhebliche Folgen für die Infrastruktur des gesamten Märkischen Kreises: Die Einsatzkräfte waren mit überfluteten Straßen und Häusern, Erdrutschen, überschwemmten Industriegebieten und vollgelaufenen Kellern konfrontiert.

Marco Voge erinnerte sich sehr persönlich an jene Tage: „Wenn ich mit Menschen und Einsatzkräften über den 14. und 15. Juli 2021 spreche, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. Jede und jeder von ihnen hat seine ganz individuellen Erinnerungen an diese schweren Tage. Das sind Erlebnisse, die uns alle geprägt haben und die wir ein Leben lang nicht vergessen werden.“ Der Landrat des Märkischen Kreises erinnerte an die beiden im Einsatz verstorbenen Feuerwehrmänner.

Passend geflaggt hatte man am Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum auf Rosmart, das unschwer an der Notrufnummer 112 auf der Fassade zu erkennen ist.
Passend geflaggt hatte man am Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum auf Rosmart, das unschwer an der Notrufnummer 112 auf der Fassade zu erkennen ist. © Thomas Krumm

„Besonders traurig und nachdenklich stimmen mich die persönlichen Verluste und Schicksale. Unser Mitgefühl gilt auch heute noch den Feuerwehrmännern, die im Einsatz für uns ihr Leben lassen mussten – und ihren Familien. In Gedanken sind wir alle bei ihnen.“

An diese traurigste Seite eines Einsatzes, der für viele buchstäblich Lebensgefahr bedeutete, erinnerte auch Kreisbrandmeister Michael Kling. Er lieferte die statistischen Dimensionen der Flut: Demnach fielen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) allein in Nachrodt-Wiblingwerde innerhalb von 72 Stunden 182 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Es gab insgesamt 1550 Einsatzstellen, 2000 Kräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren im Einsatz, dazu 350 überörtliche Kräfte. Der Kreisbrandmeister lobte die „überwältigende Hilfsbereitschaft“, die sehr große Solidarität, die uneigennützige Hilfe untereinander – und die Strukturen des Katastrophenschutzes, die noch Schlimmeres verhindert hätten.

„Die Anzahl an Hilfsangeboten, die auch unsere Einsatzkräfte erreicht hat, war überragend – angefangen von Privatleuten bis hin zu Unternehmen. Vielen Dank dafür“, sagte Michael Kling.

Innenminister mit Videobotschaft

Stellvertretend für die Bürgermeisterin sowie die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Märkischen Kreis richtete Altenas Bürgermeister Uwe Kober Dankesworte an die Vertreter der Einsatzkräfte.

„Wir haben gesehen, dass auch in höchster Not auf unsere Einsatzkräfte Verlass ist. Diese Einsatzbereitschaft, anderen zu helfen und sich in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, ist nicht selbstverständlich. In unserem Kreis war die Stadt Altena am schwersten betroffen, und wir haben trotz der Probleme, die es überall gab, Hilfe und Unterstützung aus anderen Städten erfahren. Deshalb darf ich auch für meine Kollegin und die Kollegen aus allen Städten und Gemeinden sagen: Was in diesen Tagen von allen Einsatzkräften im Kreis geleistet wurde, war herausragend und verdient unsere tiefste Anerkennung.“

Landrat Marco Voge (r.) bedachte auch die Kräfte anderer Hilfsorganisationen wie das DRK, sowie die Polizei.
Landrat Marco Voge (r.) bedachte auch die Kräfte anderer Hilfsorganisationen wie das DRK, sowie die Polizei. © Thomas Krumm

Mit einer Videobotschaft meldete sich auch NRW-Innenminister Herbert Reul zu Wort. Auch er dankte allen Einsatzkräften im Märkischen Kreis: „Mir ist es wichtig, Ihnen ‚Dankeschön‘ sagen zu können.“ Er sei „stolz und froh, dass es in unserem Bundesland so viele engagierte ehrenamtliche Menschen gibt, die ihr eigenes Leben eingesetzt haben, um anderen zu helfen.“

Auch interessant

Kommentare