Hohage investiert in Halle und Maschinen

+
Bernd Falz, Johannes Kleinschnittger, Dr. Andreas Hollstein, Volker Kluczka und Melchior Ossenberg.-Engels (von links) gestern beim symbolischen ersten Spatenstich. ▪

ALTENA ▪ Schweres Gerät ließ die Firma Hohage jetzt neben ihrem Stammsitz in Grünewiese auffahren: Er großer Bagger machte eine betagte Trafostation dem Erdboden gleich und schuf damit die ersten Voraussetzungen für eine 1,2 Mio. Euro-Investition. „Das ist für uns schon eine ganz schöne Hausnummer“, sagte gestern Geschäftsführer Jochen Kleinschnittger.

Die Firma Hohage wurde 1858 gegründet und zog wenige Jahre später an ihren jetzigen Standort. Bestimmt 25 Mal sei seither an- und umgebaut worden, schätzt Kleinschnittger. Das schuf zwar im Laufe der Zeit stolze 5000 Quadratmeter Fläche unter Dach, die sind aber arg verwinkelt. Kleinschnittger: „Wir brauchen einfach mehr Platz“ – deshalb die neue Halle, die 25 mal 35 Meter groß wird und endlich einen reiberungsloseren Produktionsablauf ermöglicht. Nach Angaben von Architekt Melchior Ossenberg-Engels wird die Halle rund 800000 Euro kosten. Der Rest der Investitionssumme fließt in neue Maschinen. Mittelfristig werde die Zahl der Mitarbeiter von jetzt 60 auf 72 erhöht, kündigt die Unternehmensleitung an.

Der erste Spatenstich war gestern mehr symbolischer Natur: Noch liegt gar keine Baugenehmigung vor, sie wird aber täglich erwartet. Kleinschnittger und der zweite Hohage-Geschäftsführer Volker Kluczka nutzten die Gelegenheit, sich hochoffiziell bei ihren Nachbarn zu bedanken. Der Boschdienst Klapper gestattet die Durchleitung von Regenwasser in Richtung Rahmedebach, die Firma Claas erlaubt im Brandfall die Löschwasserentnahme aus den im Zuge des Neubaus angelegten Zisternen. „Ein gutes Beispiel für nachbarschaftliche Verbundenheit“, nannte das Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und freute sich natürlich darüber, dass das Unternehmen mit dem Neubau ein klares Bekenntnis zum Standort Altena ablege.

Draht- und Band-Biegeteile von Hohage sind nahezu allgegenwärtig – man findet sie bei Aldi und im Baumarkt, bei Rewe und in vielen anderen Supermärkten. Nur: Kaufen kann man sie dort nicht. Hohage baut nämlich (neben technischen Produkten zum Beispiel für die Automobilindustrie) vor allem Warenträgersysteme, also zum Beispiel jene Haken, die an Lochwänden die Waren aufnehmen. Mal sind das ganz simple Teile, die 100000-fach verkauft werden und an denen zum Beispiel im Kaufhaus die Socken hängen, ‘mal echte Spezialitäten wie zur Präsentation von Hüten oder auch Bällen geeignete Gebilde. Rund 1200 Produkte listen die Kataloge auf, viele davon werden in verschiedenen Größen und Ausfertigungen produziert.

„Trotzdem versuchen wir, unsere Lagerbestände möglichst gering zu halten“, erklärt Volker Kluczka, neben Kleinschnittger der zweite Geschäftsführer der Firma. Das geht aber nur, weil auf Kundenwünsche schnell reagiert werden kann. Deshalb ist nur die Galvanik ausgelagert, alles andere passiert im Unternehmen selbst. Der Werkzeugbau ist eine der größten Abteilungen überhaupt. Viele Hohage-Maschinen sind Eigenbauten, andere zumindest so modifiziert, dass sie den Ansprüchen der Produktion perfekt genügen.

Von Thomas Bender

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare