Hörverstärkern im Stadtgebiet auf der Spur: Dorfkirchen und die Burg Holtzbrinck sind ausgestattet

Hörgenüsse per Funk und Induktion

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Karsten Wolfewicz nimmt im Garten der Geschichte das Mikrofon zur Hand, wenn einer der Funkempfänger aus dem Systemkasten entnommen wurde.

Altena - Pfarrer Uwe Krause ist es gar nicht anders gewohnt: Grundsätzlich predigt er für die evangelischen Kirchengemeinden Dahle und Evingsen durch ein Mikrofon und bietet damit gleichzeitig eine Hörverstärkung für Kirchenbesucher an, deren Gehör nicht mehr 100-prozentig funktioniert. In beiden Dorfkirchen ist eine Induktionsschleife an den Akustiksystemen installiert. In der Burg Holtzbrinck nutzen Kulturfreunde gerne die Funk-Kopfhörer, die vor vier Jahren von Familie Brüninghaus gestiftet worden sind.

Karsten Wolfewicz sieht im Garten der Geschichte auf einen Blick, ob er zum Mikrofon greifen soll: Der Systemkasten für die Funkverstärker zeigt ihm an, ob ein Gast sich einen Kopfhörer genommen hat. Der ist an einen kleinen Frequenzkasten gekoppelt. Der Nutzer kann selbst einstellen, ob er den Referenten lieber laut oder leise hören möchte. „Dieses System ist ein Segen für den Kulturring!“, freut sich Karsten Wolfewicz.

Vier Jahre ist es schon im Dienst der Altenaer Kultur und wird immer angeboten, wenn Künstler ohne akustische Verstärker in der Burg Holtzbrinck auftreten. Sowohl das gesprochene Wort, wie auch Musik wird wieder klar verständlich. „Die Gäste nehmen es sehr dankbar an. Wir erreichen auch Menschen, die lange keine Kulturveranstaltungen mehr besuchen konnten oder nicht mehr viel Freude daran hatten“, schildert Wolfewicz. Der Systemkoffer ist „absolut idiotensicher!“, beschreibt der Kulturschaffende und Hausmeister in einer Person. Gelegentlich ist es auch schon mal entliehen worden für Stadtführungen.

 „Theoretisch kann man bei vielen ausländischen Gästen auch mal einen Dolmetscher daran anschließen. Die Möglichkeiten haben wir.“ Während das Funksystem in Altena nach Bedarf eingesetzt wird, ist es in der Dahler Kirche seit zehn Jahren selbstverständlich in Betrieb und in Evingsen seit fünf. „In den Kirchen gibt es mehrere Möglichkeiten, dem Geschehen akustisch besser folgen zu können“, erklärt Pfarrer Uwe Krause.

 Nutzer älterer Hörgeräte haben die Möglichkeit, die Telefongespräche-Einstellung zu aktivieren und hören dann über die Induktionsschleife, die die fest installierten Kirchenlautsprecher bedient. Moderne Hörgeräte müssen gar nicht umgestellt werden, um diesen Effekt zu erzeugen. Wer keine Hörhilfe hat und trotzdem schlecht folgen kann, der borgt sich einfach einen Kopfhörer aus und bekommt die Predigt direkt auf die Ohren. „Ein ähnlich brillantes Ergebnis, wie in einem Kultursaal, werden wir aber nicht haben, weil Kirchen weitaus mehr Hall haben“, so Krause.

Anbieten wollten die Möglichkeit aber beide Kirchengemeinden, als die Tonanlagen saniert wurden. Wie stark die Induktionsschleifen genutzt werden, lässt sich aber kaum statistisch erfassen. „Ich bekomme kein Zeichen, wie viele Hörgeräte in der Schleife drin sind. Und die Anzahl entliehener Kopfhörer habe ich noch nicht gezählt“, berichtet Uwe Krause. Der Pfarrer ermutigt aber jeden Kirchenbesucher dazu, die Geräte zu benutzen. „Einfach mal zugreifen und ausprobieren. Gutes Hören ist doch was Schönes!“

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