Ehemalige „Höhere Mädchenschule“ und ihre Rolle für die Stadtgeschichte

Museum wird Denkmal

Die markante Form- und Farbgebung sowie die Materialwahl machen das heutige Drahtmuseum zusammen mit seinen inneren Gestaltungsmerkmalen zu einem Baudenkmal.

Altena - Es war eine Schule, heute ist es ein Museum. Und das Museum ist jetzt auch ein Denkmal. Die Rede ist vom stattlichen Gebäude Fritz-Thomée-Straße 12 – Sitz des Deutschen Drahtmuseums.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Immobilie unter Denkmalschutz zu stellen. Gute Gründe dafür gibt es reichlich; die Beratungsvorlage für den Ausschuss umfasst alleine vier Seiten.

Lange Geschichte und viele Veränderungen

Das Gebäude hat eine lange Geschichte und in dieser Zeit etliche Veränderungen erlebt. Das einstige Lyzeum oder „Höhere Mädchenschule“ geht ursprünglich auf eine private Gründung des Jahres 1855 zurück. Nachdem der Unterricht anfangs in Privaträumen stattgefunden hatte, zog die Schule 1875 an die Thoméestraße. im Jahr 1905 wurde die einstmals private Schule dann von der Stadt übernommen. Es gab danach diverse Um-, Neu- und Anbauten. Die heute bestehenden Gebäudeteile sind der nördliche Flügel mit Treppenhaus von 1912 und der 1927 bis 1928 errichtete Flügel, der im rechten Winkel an den Altbau angesetzt wurde.

Die Ecken und Kanten des zweigeschossigen Aufbaus bestehen übrigens aus Bruchsteinquadern vom Möhnesee. Interessant vielleicht auch, dass die Fenster im Gebäudeteil von 1912 und im Bau von 1927/28 noch aus der Bauzeit stammen. Bemerkenswert ist nach Ansicht der Denkmalpflege auch die „wandfeste Ausstattung“ bis hin zu Trinkbrunnen, von der noch viel vorhanden sei, sowie Fliesenböden und Klassentüren aus der Bauzeit. Im Treppenhaus gibt es ein Tonrelief des Künstlers Richard Bauroth (Berlin).

Mehrere Faktoren ausschlaggebend

Ausschlaggebend für die Eintragung in die Denkmalliste seien mehrere Faktoren: Da sei zum einen die Bedeutung für die Orts- und Schulgeschichte, zum anderen der „hervorragend und in vielen Details erhaltene Zustand. Das Gebäude stehe für die Ausbildung von Mädchen im frühen 20. Jahrhundert. Einen hohen Stellenwert nehmen Bibliothek, Zeichensaal und Aula ein. Man habe einen hohen Wert auf die musische Ausrichtung der Ausbildung gelegt, was sich an Fächern wie Gesang, Zeichnen und Schauspiel zeige.

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