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Hochwasserhilfe: Stadt im MK wird Geld aus Spendentopf nicht los

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Von: Thomas Bender

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Das Hochwasser im Juli 2021 traf Altena besonders schwer. Der Schaden war immens. Dennoch wird die Stadt ihr Spendengeld bislang nicht los.
Das Hochwasser im Juli 2021 traf Altena besonders schwer. Der Schaden war immens. Dennoch wird die Stadt ihr Spendengeld bislang nicht los. © Szkudlarek, Robert

Die Stadt Altena hat Probleme, rund eine Million Euro unters Volk zu bringen. Soviel Geld befindet sich noch in dem Spendentopf, der nach der Flutkatastrophe 2021 eingerichtet wurde, um besonders hart getroffenen Bürgern unter die Arme zu greifen.

Hunderte von Spendern zahlten etwa 1,5 Millionen Euro ein, davon sind bisher etwa 530 000 Euro ausgezahlt worden. Das berichtete Stadtkämmerer Stefan Kemper in der Ratssitzung am Montag und sagte: „Wir sind ein wenig ratlos“.

Rückblick: In den Wochen nach dem Jahrhundert-Hochwasser erlebte Altena eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft. Es gab eine Fülle von Sachspenden, es floss viel Geld – manches davon zweckgebunden, zum Beispiel für die Angehörigen des ums Leben gekommen Feuerwehrmannes, manches ohne nähere Zweckbestimmung. Dieses Geld verwahrt die Stadt, die gemeinsam mit Hilfsorganisationen und Kirchen eine Spendenkommission bildete. Dort wurden schnell Richtlinien erarbeitete, wie das Geld eingesetzt werden soll. Klare Linie: Es soll dazu dienen, bei Bedarf die Lücken zu schließen zwischen dem tatsächlichen Schaden und dem, was das Land an Fluthilfe gewährt oder die Versicherungen zahlen.

Keine Soforthilfen ausgezahlt

Das stieß in den Wochen nach dem Hochwasser des Öfteren auf Kritik – viele wünschten sich Soforthilfen beispielsweise für zerstörte Heizungsanlagen oder Waschmaschinen. Dafür gebe es andere Töpfe, argumentierte die Spendenkommission damals unter anderem mit Hinweis auf 200 000 Euro, die die Caritas zur Verfügung stellte.

Unter anderem bei Beratungen im Fluthilfebüro und durch persönliche Anschreiben wurden Hochwasseropfer immer wieder auf die Existenz des Spendentopfes hingewiesen. Bisher gingen 160 Anträge ein – weniger, als zunächst erwartet worden waren. „Alle Anträge, die zu bewilligen waren, sind abgearbeitet“, berichtete Kemper dem Rat. Das sind etwa 60. Übrig bleiben 95 Haushalte, von denen noch Informationen fehlen und die deshalb ein weiteres Mal angeschrieben wurden. Der Stadtkämmerer: „Davon haben nur 27 geantwortet. Darüber ist die Spendenkommission ein wenig konsterniert.“ Das gilt um so mehr, als dass ein Teil der Angeschriebenen erklärte, keine Hilfen mehr zu benötigen. Andere haben bis jetzt noch nicht einmal den Antrag auf die staatliche Fluthilfe gestellt.

Wird jetzt die Deckelung aufgehoben?

Kemper befürchtet trotzdem nicht, dass am Ende noch Geld übrig ist: „Die richtig großen Fälle, die kommen gerade erst“, sagt er. Trotzdem hat die Spendenkommission sich auch schon über dieses Thema ausgetauscht. Denkbar sei es, die Deckelung aufzuheben, schildert Kemper. Bisher gilt die Regelung, dass es pro Haushalt höchstens 25 000 Euro gibt. Weil das Land einen Eigenanteil von 20 Prozent erwartet, reichen bei Schäden jenseits der 125 000 Euro die 25 000 Euro nicht aus, um die Finanzierungslücke komplett zu schließen.

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