Gebäude betroffen

Hochwasser: Stadtwerke kämpfen mit Folgen

Fast entkernt: Stadtwerke-Chef Hendrik Voß in dem Bereich des Verwaltungsgebäudes, in dem sogar die Trennwände herausgerissen werden mussten.
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Fast entkernt: Stadtwerke-Chef Hendrik Voß in dem Bereich des Verwaltungsgebäudes, in dem sogar die Trennwände herausgerissen werden mussten.

Stark geflutet wurde das Gebäude der Stadtwerke Altena beim Hochwasser nicht, doch noch immer laufen die Bautrockner. Und die Schäden könnten teuer werden.

Altena – Keine 20 Zentimeter hoch stand das Wasser am 14. Juli im Erdgeschoss des Stadtwerke-Gebäude, war auch nach ein paar Stunden schon wieder verschwunden. Und trotzdem blieb ein Schaden zurück, der im sechsstelligen Bereich liegen könnte. Der Grund: Steckdosen.

Als die Stadtwerke das ehemalige Jugendheim Anfang der 1980-er Jahre kauften und für ihre Zwecke umbauten, da wurden die Stromkabel durch den Fußboden verlegt und sogenannte Bodentanks für die Steckdosen eingebaut. Durch die lief das Wasser in die Dämmung unter den schwimmend verlegten Estrich, die dadurch völlig durchfeuchtet wurde.

Türen, Tapeten, Teppich: Alles musste raus

Fünf starke Trockner laufen in den längst geräumten Büros – „und das seit fünf Wochen“, berichtet Stadtwerke-Geschäftsführer Hendrik Voß. „Das ist aber immer noch einfacher, als den ganzen Estrich rauszureißen.“ Es wurden Löcher in den Estrich gebohrt und mit den Schläuchen der Geräte verbunden. Trotzdem ist immer noch zu viel zu viel Feuchtigkeit im Boden.

Nach und nach wurde die Etage entkernt: Teppichboden raus, Tapeten ab, Türen raus. Die moderneren der Möbel haben Stahlfüße und standen über dem Wasser. Andere quollen auf und wurden entsorgt. An einer Stelle mussten sogar die Trennwände herausgerissen werden, weil sie aus Spanplatten bestanden, die natürlich Wasser zogen.

„Aus diesem Ereignis Lehren ziehen“

1,3 Kilometer Kabel wurden in den Räumen inzwischen neu verlegt – in den Decken, weil die Bodentanks verschwinden werden. Man versuche beim Wiederaufbau natürlich, die Folgen zukünftiger Hochwasser zu minimieren, betont Voß. Hölzerne Türzargen werden durch solche aus Stahl ersetzt.

Das große Aufräumen in Altena Teil 2

Das große Aufräumen nach dem verheerenden Hochwasser in Altena geht weiter.
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Das große Aufräumen nach dem verheerenden Hochwasser in Altena geht weiter.
Das große Aufräumen in Altena Teil 2

Statt Teppichboden wird Vinyl verlegt – mit einem Klicksystem, damit der Boden nach einer möglichen weiteren Überschwemmung aufgenommen, getrocknet und dann wieder verlegt werden kann. Weil das Wasser in erster Linie durch die Eingangstür ins Gebäude kam, werde man sich von Fachleuten beraten lassen, wie man diese Schwachstelle besser schützen kann, kündigte Voß an: „Wir versuchen natürlich, aus diesem Ereignis unsere Lehren zu ziehen.“

Wegen Flut: Regale bleiben künftig unten leer

Das gilt nicht nur für das Verwaltungsgebäude. Das Wasser stand auch im daneben liegenden Lager, richtete dort aber weniger große Schäden an. Die Wände sind dort nicht verputzt und trocknen damit schneller. Material, das im Wasser lag, konnte zum größten Teil gereinigt werden. „Zukünftig bleibt der unterste Meter der Regale leer“, sagt Voß und freut sich, dass das ebenfalls in diesem Bereich stehende Blockheizkraftwerk des Unternehmens keinen dauerhaften Schaden genommen hat. „Es stand zwar auch im Wasser, läuft aber jetzt nach einer Wartung wieder.“

Auch in den einzelnen Stationen für die Gas- und Wasserversorgung wurde überprüft, ob und wie sie sich hochwasserfest machen lassen. Manchmal reiche es ja schon, eine wichtige Pumpe nicht einfach auf den Boden, sondern etwas erhöht auf einen Sockel zu stellen, sagt der Geschäftsführer.

Kundenbüro am Markaner nicht betroffen

Gut die Hälfte der Stadtwerke-Büros stehen seit Mitte Juli nicht mehr zur Verfügung. Einige Mitarbeiter sind in die erste Etage umgezogen, andere arbeiten aus dem Homeoffice. Bürgern, die ein Anliegen haben, wird im Stadtpavillon am Markaner weitergeholfen.

Dort wurde zwar das städtische Bürgerbüro, nicht aber das benachbarte Kundenbüro der Stadtwerke vom Hochwasser getroffen. Kollegen seien dort vor Ort, bei Bedarf werden Kunden durchs Fenster bedient oder beraten – allerdings nur nach Voranmeldung unter Tel 08 00/9 18 40 01 oder per E-Mail an info@stadtwerke-altena.de.

Weil neben dem Verwaltungsgebäude auch die eine oder andere Gas- oder Wasserleitung, die Ladesäule für E-Autos und andere Infrastruktur beschädigt wurde, geht Voss von einem Gesamtschaden von 150 000 bis 180 000 Euro aus. Versichert ist nichts, es wird jetzt geprüft, ob eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden kann. Außerdem will Voß sich um Mittel aus jenem Hilfsfonds bewerben, den Land und Bund für flutgeschädigte Unternehmen aufgelegt haben.

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