Haus unbewohnbar

Nach Hochwasser: Familie findet vorübergehend eine neue Bleibe

Sven und Katharina Konitzer mit ihren beiden Kindern aus Altena.
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Sven und Katharina Konitzer mit ihren beiden Kindern aus Altena.

Das Hochwasser hat das Haus der Familie Konitzer in Altena massiv beschädigt und unbewohnbar gemacht. Die Familie suchte dringend eine neue Bleibe. Nun gibt es ein Happy End.

Altena – Mit einer unfassbaren Wucht verwüsteten Wassermassen, Schutt und Geröll in der vergangenen Woche die Häuser am Grennigloher Weg, Anwohner mussten aus ihren geliebten vier Wänden evakuiert werden. Das Ausmaß dieser Katastrophe offenbarte sich in den Tagen danach.

Trümmer. Schuttberge. Unfassbare Schäden an Häusern und Straße. Zu den Betroffenen, die von jetzt auf gleich so viel verloren haben, zählt Katharina Konitzer, die mit ihrem Mann und den zwei Kindern bei den Schwiegereltern unterkam. Einige Nachbarn der Konitzers fanden derweil im Bergheim eine Notunterkunft.

Etliche Helfer immer noch vor Ort

Was nach Schock, Fassungslosigkeit und Tränen folgte an den Tagen nach der Katastrophe, war eine ebenso unfassbare Solidarität und Hilfsbereitschaft. Unzählige Helfer packten mit an, schaufelten tagelang Häuser und Wege frei. Etliche Helfer kamen aus Altena oder den Nachbarstädten, es gab aber auch Menschen, die teils lange Anreisen in Kauf nahmen, um diesen so hart betroffenen Burgstädtern zu helfen. Um mit anzupacken. Stundenlang. Tag für Tag.

„Es gab so viele Helfer, die hier waren und noch immer hier sind“, sagt Katharina Konitzer, die berührt ist von dieser Welle der Solidarität und diesen Menschen unheimlich dankbar ist für das, was in der zurückliegenden Woche am Grennigloher Weg schon geleistet worden ist. Enorm viel.

Kirche stellt altes Pfarrhaus zur Verfügung

Überaus dankbar ist die Familienmutter auch für das Angebot, das die katholische Kirchengemeinde St. Matthäus ihr und ihrer jungen Familie unterbreitet hat. Die Kirchengemeinde stellt den Konitzers das alte Pfarrhaus in Evingsen, in dem zuletzt der 2019 verstorbene Diakon Voß wohnte, zur kostenlosen Nutzung auf unbestimmte Zeit zur Verfügung.

Das alte Pfarrhaus von St. Theresia in Altena-Evingsen

Und die Konitzers, denen auch andere Übergangswohnungen angeboten wurden, nehmen das Angebot an. Schon für Donnerstag war die Schlüsselübergabe geplant, am Freitag und am Wochenende soll das Pfarrhaus, in dem Wasser und Strom noch angeschlossen sind, auf Vordermann gebracht werden. Dass den Konitzers dann wieder Freunde, Familie und Helfer zur Seite stehen werden, davon ist auszugehen.

Aufräumarbeiten am Haus gehen weiter

Und dass sich schnell passende Möbel und andere Einrichtungsgegenstände – im Pfarrhaus steht lediglich noch die Küche – finden werden, davon ist ebenfalls auszugehen. „Es gibt unglaublich viele Menschen, die spenden und helfen wollen“, sagt Katharina Konitzer, die sogar von einer „Überforderung bei der Beantwortung und Sortierung“ von angebotenen Sachspenden spricht und froh ist, dass ihr eine Freundin zur Seite steht und viele Dinge, die in diesen ebenso stressigen wie höchst emotionalen Tagen anfallen, koordiniert.

Parallel zur Einrichtung des alten Pfarrhauses in Evingsen bleibt natürlich auch die „Riesenbaustelle“ am Grennigloher Weg. Dort gehen die Aufräumarbeiten bei den Konitzers und den hart betroffenen Nachbarn weiter und weiter.

Kirche zahlt auch Nebenkosten

Dass es eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft in so vielen Bereichen gibt, ist in diesen Tagen ein echter Mutmacher. Ein Glück im Unglück. Wann wieder so etwas wie Normalität eintreten wird, ist nicht abzusehen. Aber es ist nach der Katastrophe dank Einsatzkräften, Helfern und Spendern wieder so etwas wie Land in Sicht. „All’ die Helfer geben uns Hoffnung“, so Katharina Konitzer.

Wie Sandra Schnell, Leiterin der Pfarrei St. Matthäus auf Nachfrage erklärte, stellt die Kirchengemeinde der Familie nicht „nur“ das Pfarrhaus in Evingsen mietfrei zur Verfügung. Die Pfarrei übernehme auch die anfallenden Nebenkosten für Strom und Wasser.

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