Hochwasser-Hilfe: Altenaer DRK und THW warten noch

+
Sorgen sich um Angehörige in den Hochwassergebieten: Die Eheleute Ralf und Zeljka Will.

ALTENA - Ein Sandsack-Export in großem Stil wie anno 2002, als die Altenaer Wehr den Flutgebieten in Ostdeutschland aus eigenen Beständen an der Bachstraße diese Hilfe zukommen ließ, ist noch nicht auf dem Weg. „So etwas koordiniert stets der Kreisbrandmeister. Bis jetzt wissen wir aber von nichts“, so Wachenleiter Udo Winter.

Auch das Technische Hilfswerk (THW) ist noch nicht in die Katastrophenregionen im Süden oder Osten der Republik gerufen worden. Ralf Neustein, stellvertretender Ortsbeauftragter des THW Altena, rechnet erst damit, wenn „die so genannten Alarmkreise größer gezogen werden.“ „Bisher“, so sein Kenntnisstand, „ist unser Bundesland noch nicht erreicht. Doch irgendwann, wenn die Helfer weiter so schuften müssen, ist auch mal eine Pause angesagt. Dann könnte auch Altena gerufen werden.“ Das ganze sei wohl eine Zeitfrage: Wie lange regnet es noch, steigt der Wasserpegel oder gibt es so langsam Entwarnung?, meint der Fachmann.

Altena verfüge als so genannte Fachgruppe Wasser zum Beispiel über Boote und die übliche Grundausstattung an Pumpen. Richtig leistungsstarke Aggregate habe aber nur der Ortsverband Iserlohn. Dort sei eine Hannibal im Einsatz, die in der Minute bis zu 15 000 Liter Wasser fördere.

Annegret Klimpel vom Deutschen Roten Kreuz, Ortsverband Altena-Nachrodt-Wiblingwerde, hat auch noch keine Order für den DRK-Ortsverband erhalten, helfend einzugreifen. „Das wird direkt aus Münster koordiniert“, sagte sie. Und die Landesverbände achteten sehr genau darauf, dass „nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Helfer ín den Katastrophengebieten vor Ort sind.“

„Nachrichten hören, mitbangen und hoffen“ – das ist zurzeit das Schicksal Ralf Will aus Altena. Seine Mutterlebt in Rosenheim und hat schon längst „Land unter“. Beim Bruder sieht es in Heufelden noch dramatischer aus. „Unsere Verwandten stehen kurz vor dem Umzug in Notunterkünfte“, sorgt sich mit ihrem Mann auch Zeljka Will. Selbst helfen, nach Bayern fahren? „Macht zurzeit keinen Sinn. Wasser kann man nicht aufhalten.“ Die Wills haben deshalb nur die Hoffnung, dass endlich der Regen aufhört und die Pegelstände sinken.

von Johannes Bonnekoh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare