Hochwasser: Harmlos, aber spannend

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Roland Balkenhol dokumentierte gestern, was sich bei Hochwasser an den Lenneterrassen tut. ▪

ALTENA ▪ Dienst ist Dienst: Ungeachtet des drohenden Hochwassers startete der Bauhof am Montagmorgen einen „Großputz“ der Lenneuferstraße. Kehrmaschine und Straßenfeger waren im Einsatz, um die Folgen des Silvesterfeuerwerks zu beseitigen.

Das war auch gut so: Einmal mehr erwiesen sich die Prognosen des Hochwasserwarndienstes als etwas übereilt. Fast schon quälend langsam stieg der Pegel der Lenne am Vormittag an – mal um zwei, mal nur um einen Zentimeter in der Stunde. Gegen Mittag betrug der Pegelstand 2,20 Meter – das ist die Marke, bei der das Wasser aus den ersten Gullis läuft. Die ersten Hochwasservorbereitungen waren um die Zeit längst schon getroffen worden: Die Sperrschilder für die Lenneuferstraße standen bereit, Kanaldeckel waren abgedichtet und ein Teil der Parkplätze an der Lenneferstraße mit Flatterband gesperrt.

Kritisch beobachtet wurde die Situation nicht nur vom Ordnungsamt, sondern auch von Stadtplaner Roland Balkenhol – er war mit Zollstock und Kamera unterwegs, um die Situation an den Lenneterrassen zu beobachten und zu dokumentieren.

„Was passiert bei welchem Wasserstand?“ - die Antwort auf diese Frage muss jetzt neu gefunden werden, weil sich Details verändert haben. „Wir beobachten das genau“, bestätigte Rainer Hoffmann vom Ordnungsamt. Er führt Listen, die bis ins letzte Detail die einzelnen Phasen eines Hochwassers beschreiben und die unter anderem Grundlage für die Einsätze des Baubetriebshofs bilden. „Es gibt da kleine Veränderungen“, ist sich Hoffmann nach den Beobachtungen der letzten Tage sicher.

Grundsätzlich ändert sich allerdings nichts: Ab einem Pegelstand von etwa 2,40 Metern steht die Lenneuferstraße unter Wasser, der Bauhof muss die Durchgänge zur Innenstadt schließen. Zusätzliche Arbeit wird ihm in dieser Situation neuerdings das Geländer der Terassen bereiten: Es muss abgebaut werden, damit es nicht durch Treibgut beschädigt wird. „Das geht relativ schnell“, versicherte Roland Balkenhol. Das Geländer sei so konstruiert, dass es aus etwa zwei Meter langen Segmenten bestehe, die einzeln demontiert und dann beim Bauhof eingelagert werden könnten.

Die Lenneuferstraße blieb am Montag den ganzen Tag über befahrbar – der Pegelstand stagnierte. Das war auch dem Ruhrtalsperrenverband zu verdanken, der über 50 Prozent des in die Bigge laufenden Wassers zurückhielt und so für einen einigermaßen stabilen Wasserstand der Lenne sorgte.

Wie es weitergeht, ist offen, weil die Wettervorhersagen nicht besonders günstig sind. „Aufgrund der vohergesagten weiteren Niederschläge ist in den kommenden Tagen mit einer ausgeprägten Hochwassersituation (...) zu rechnen“, warnt der Ruhrverband. Auch der Hochwasserwarndienst der Bezirksregierung geht nach wie vor davon aus, dass es im Laufe der Woche zu einem mittleren Hochwasser kommen könnte. Die Stadt hat deshalb an die Bewohner der kritischen Bereiche appelliert, die Situation weiterhin im Auge zu behalten. ▪ ben.-

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