Gang durch die Stadt

Hochwasser in Altena: Verheerende Schäden - erste Eindrücke, aktuelle Situation, Prognose

Altena steht unter Wasser. Die Hochwasser-Schäden lassen sich noch kaum absehen - werden aber immens sein.
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Altena steht unter Wasser. Die Hochwasser-Schäden lassen sich noch kaum absehen - werden aber immens sein.

Am Tag nach dem verheerenden Unwetter in Altena lässt ein erster Gang durch die Stadt erst ahnen, welche Schäden das Hochwasser angerichtet hat.

Lennestraße: In vielen Geschäften steht das Wasser - beim Juwelier Betzler zum Beispiel kniehoch. In der Gaststätte Taverne ist der Keller mit der Zapfanlage vollgelaufen

Lennepromenade: An der oberen Terrasse hat es nicht nur die Hütte des Café Nostalgie weggerissen, sondern auch das Sonnensegel mitsamt seinem sehr massiven Gestells. Der Container für die Abfälle des Wochenmarktes, der normalerweise in der Nähe der Polizeistation steht, wurde fast bis zum Markaner abgetrieben Und: Dieses Hochwasser haben die Geranien am Geländer der Promenade nicht überlebt.

Lenne: In der Nacht hat die Lenne einen Höchststand von fast 4,50 Metern erreicht. Das war gegen Mitternacht. Seitdem geht Wasserstand leicht zurück. Glück im Unglück war, dass es in der Nacht nicht geregnet hat.

Altena vom Hochwasser abgeschnitten: Erreichbarkeit der Stadt

Altena ist nach wie vor fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Das Stadtzentrum ist zur Stunde nur über den engen Hegenscheider Weg erreichbar. Die Feuerwehr bittet dringend darum, diese Verbindung freizuhalten. Sie wird als Rettunsgweg dringend benötigt. Über diese Straße können Feuerwehren, die aus ganz NRW auf dem Weg nach Altena sind, die Stadt erreichen.

Rettungsarbeiten: Im Moment sind die Einsatzkräfte offensichtlich in erster Linie noch damit beschäftigt, sich einen Überblick zu verschaffen. An den Stadtwerken haben Feuerwehren aus dem Raum Paderborn damit begonnen, den vollgelaufenen Parkplatz abzupumpen. Dort, aber auch auf der Linscheid- und der Rahmedestraße sind Dutzende von Autos in den Fluten versunken.

Reihenweise Autos versanken in Altena in den Fluten.

Hochwasser in Altena: Feuer- und Rettungswache ein Opfer der Fluten

Einsatzleitung: Sowohl Wehrführer Alexander Grass als auch Bürgermeister Uwe Kober haben ihre Urlaube abgebrochen und sind nach Altena geeilt. Die Einsatzleitung befindet sich an der Sauerlandhalle - die Feuer- und Rettunsgwache wurde ebenfalls ein Opfer der Fluten und ist nicht mehr in vollem Umfang funktionsfähig. Die Stadt will um 10 Uhr in einer Pressekonferenz informieren.

Infrastruktur: Obwohl viele Straßen noch mit Wasser, Schlamm und Geröll bedeckt sind, wird schon jetzt offenkundig, dass sie erheblich beschädigt worden sind. So liegen am Kölschen Joe große Asphaltbrocken, die aus der Fahrbahn des Hegenscheider Wegs gerissen worden sind. Die Nettestraße sei an mehreren Stellen unterspült, berichten Augenzeugen. Völlig unklar ist Moment, welchen Schaden das Wasser in den Firmen im Nette- und Rahmedetal angerichtet hat.

Prognose: Entwarnung kann es im Moment noch nicht geben. Der Ruhrverband meldet auf seiner Homepage, dass die Biggetalsperre um 7 Uhr zu 99,9 Prozent gefüllt war. Bei einem Zulauf von gut 75 Kubikmetern Wasser pro Sekunde und einer Abgabe von 32,6 Kubikmetern kann das nicht mehr lange gutgehen.

Große Trauer hat die Nachricht ausgelöst, dass zwei Feuerwehrmänner bei Hochwassereinsätzen im Märkischen Kreis ums Leben gekommen sind. Die Polizei warnt am Donnerstagmorgen eindringlich alle Bürger, sich nicht in Gefahr zu begeben.

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